Prädiabetes bei jungen Erwachsenen: Risiko stark unterschiedlich
Eine aktuelle Studie unterstreicht die Notwendigkeit früher und individueller Präventionsmaßnahmen gegen Typ-2-Diabetes bei jungen Erwachsenen mit Prädiabetes. Die Daten zeigen, dass das Risiko, innerhalb von fünf Jahren an Diabetes zu erkranken, stark variiert – besonders bei Personen mit hohem Nüchternblutzucker oder solchen, die für GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA) infrage kommen.
Warum gezielte Interventionen entscheidend sind
Die Forscher analysierten Daten von 662 jungen Erwachsenen (18–40 Jahre) mit Prädiabetes über einen durchschnittlichen Zeitraum von sieben Jahren. Dabei wurden drei große US-Kohortenstudien ausgewertet: die Hispanic Community Health Study, die Coronary Artery Risk Development in Young Adults Study und die Framingham Heart Study.
Die Studie definiert Prädiabetes anhand von Nüchternblutzuckerwerten zwischen 100 und 125 mg/dL. Allerdings lagen keine Daten zu Hämoglobin-A1c-Werten vor, die den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Monate widerspiegeln. Dennoch konnten die Forscher mithilfe von BMI, Lipidprofilen und Blutdruckmessungen Risikogruppen identifizieren.
GLP-1-Therapie als möglicher Schutz
Die Forscher nutzten die FDA-Kriterien für die Verschreibung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion – etwa bei einem BMI von 30 kg/m² oder höher (Adipositas) bzw. 27 kg/m² oder höher (Übergewicht) mit zusätzlichen Risikofaktoren wie hohem Cholesterin oder Bluthochdruck. Diese Kriterien halfen, das Fünf-Jahres-Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes abzuschätzen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass gezielte Interventionen – insbesondere für Hochrisikopatienten – die beste Strategie sind. Eine einheitliche Präventionsstrategie reicht laut den Forschern nicht aus, um die Krankheit wirksam zu verhindern.
Früherkennung und Lebensstiländerungen als Schlüssel
Experten betonen, dass Prädiabetes oft symptomlos verläuft. Dennoch kann eine frühzeitige Diagnose und Behandlung das Risiko für Typ-2-Diabetes und schwere Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden oder Schlaganfälle deutlich senken.
Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben über 115 Millionen Menschen in den USA Prädiabetes – doch etwa 80 % wissen nichts von ihrer Erkrankung. Lebensstiländerungen wie eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement können das Fortschreiten der Krankheit verhindern.
„Diese Studie zeigt, dass wir unsere Präventionsstrategien überdenken müssen. Eine individuelle Herangehensweise ist entscheidend, um Typ-2-Diabetes und seine schweren Folgen zu vermeiden.“
– Studienleiter, American Heart Association
Was Betroffene tun können
- Regelmäßige Blutzuckerkontrollen: Auch ohne Symptome frühzeitig screenen lassen.
- Ernährung anpassen: Ballaststoffreich, zuckerarm und ausgewogen essen.
- Bewegung einbauen: Mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche.
- Gewicht kontrollieren: Bei Übergewicht oder Adipositas gezielt abnehmen.
- Medikamentöse Optionen prüfen: Bei hohem Risiko GLP-1-Therapien mit dem Arzt besprechen.
Studie noch nicht peer-reviewed – Präsentation auf Kongress
Die Studie wird derzeit auf dem EPI|Lifestyle Scientific Sessions 2026 der American Heart Association (17.–20. März) vorgestellt. Eine Veröffentlichung in einem Fachjournal steht noch aus.