Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, hat erneut mit einer umstrittenen Aussage auf sich aufmerksam gemacht. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) behauptete er, dass seine Tunnelbau-Firma The Boring Company ein effizienteres und kostengünstigeres Transportsystem als Chinas Hochgeschwindigkeitsbahn bauen könnte – wenn sie es denn versuchen würde.

Hintergrund ist die massive Kostensteigerung des kalifornischen Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts zwischen Los Angeles und San Francisco. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 64 Milliarden Dollar sind auf nunmehr 126 Milliarden Dollar explodiert. Ein Nutzer schlug vor, dieses Geld für 200 Jahre kostenlose Flüge zwischen den beiden Städten zu verwenden. Musk konterte mit einem radikalen Gegenvorschlag:

„Die @BoringCompany könnte einen Hyperloop-Tunnel von Downtown San Francisco nach Downtown Los Angeles für nur 5% dieser Kosten bauen – und er wäre ein technologisches Wunder, das jede Hochgeschwindigkeitsbahn der Erde übertrifft.“

Doch warum hat die Boring Company ein solches Projekt noch nicht umgesetzt? Kritiker verweisen auf die fragwürdige Praktikabilität des Hyperloop-Konzepts, bei dem Passagiere in Kapseln durch unterirdische Vakuumröhren rasen sollen. Experten halten dies für unsicher und technisch kaum umsetzbar.

Bürokratie als Hauptproblem?

Als die Frage aufkam, warum die Boring Company nicht bereits ein funktionierendes Hyperloop-System gebaut hat, machte Musk erneut die Bürokratie verantwortlich:

„Der wahre Grund für die ‚Hochgeschwindigkeitsbahn‘ ist Geldwäsche für Bürokraten, Berater und Gewerkschaften – nicht der Transport selbst. Deshalb wird das Geld verschwendet. Deshalb will man kein wirklich kosteneffizientes Transportsystem.“

Musk trifft damit einen wunden Punkt: Die USA hinken in Sachen Infrastruktur massiv hinterher. Während Kaliforniens Projekt seit seiner Genehmigung 2008 nur 80 Meilen Schiene vorweisen kann, hat China in derselben Zeit über 23.500 Meilen Hochgeschwindigkeitsbahn gebaut – mit Spitzengeschwindigkeiten von über 340 km/h.

Boring Company: Leere Versprechen?

Doch die Realität der Boring Company sieht anders aus. Trotz Musks Versprechen aus dem Jahr 2022, ein funktionierendes Hyperloop-System innerhalb weniger Jahre zu bauen, ist nichts davon umgesetzt worden. Das einzige nennenswerte Projekt der Firma ist der Vegas Loop in Las Vegas: ein unterirdisches Transportsystem mit selbstfahrenden Tesla-Fahrzeugen, das Touristen mit bis zu 250 km/h zu verschiedenen Zielen befördert. Bisher wurden jedoch nur wenige Kilometer Tunnel gebaut.

Experten bezweifeln, dass die Boring Company tatsächlich in der Lage wäre, ein landesweites Hyperloop-Netz zu realisieren. Die technischen Herausforderungen – von der Vakuumtechnik bis zur Sicherheit – gelten als enorm. Zudem fehlt es an konkreten Plänen oder Genehmigungen für ein solches Mammutprojekt.

Fazit: Vision oder Realitätsflucht?

Während Musks Aussagen zweifellos Aufmerksamkeit erregen, wirft seine Argumentation mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Die USA benötigen dringend moderne Infrastruktur – doch ob die Boring Company oder ein Hyperloop die Lösung ist, bleibt fraglich. Eines ist jedoch sicher: Chinas Tempo im Bahnbau ist kaum zu übertreffen.

Quelle: Futurism