FAA leitet Untersuchung nach Raketenfehlschlag ein

Die Federal Aviation Administration (FAA) hat die New Glenn-Rakete von Blue Origin nach einem gescheiterten Start am Sonntag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida vorläufig stillgelegt. Laut ersten Berichten sah der Aufstieg zunächst problemlos aus, doch die Rakete konnte ihre Nutzlast nicht in der geplanten Umlaufbahn platzieren.

Mögliche Ursache noch unklar

Die FAA klassifiziert den Vorfall als „Mishap“ und leitet eine umfassende Untersuchung ein. Ziel ist es, die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleisten, die Ursache des Fehlschlags zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. In einer offiziellen Stellungnahme betonte die Behörde:

„Eine Rückkehr zum Flugbetrieb ist nur möglich, wenn die FAA bestätigt, dass alle Systeme, Prozesse oder Verfahren im Zusammenhang mit dem Vorfall die öffentliche Sicherheit nicht beeinträchtigen.“

Technische Details des Fehlschlags

Blue Origin hat bisher keine offiziellen Angaben zu den technischen Ursachen gemacht. Geplant war, dass die New Glenn-Rakete nach zwei Brennphasen einen Satelliten in eine 285 Meilen (ca. 458 km) hohe Umlaufbahn bringt. Telemetriedaten zeigen jedoch, dass der Satellit lediglich eine 95 Meilen (ca. 153 km) hohe Umlaufbahn erreichte – eine Höhe, die nicht langfristig stabil ist.

Dritter Startversuch mit Rückschlägen

Dies war bereits der dritte Startversuch der New Glenn, und es ist nicht das erste Mal, dass die FAA die Rakete stilllegt. Beim ersten Startversuch im Jahr 2024 scheiterte auch die geplante Landung der ersten Stufe, woraufhin die FAA einen Flugstopp von fast drei Monaten verhängte. Eine neue Freigabe für den Flugbetrieb steht noch aus – unklar ist daher, ob sich der aktuelle Zwischenfall auf die geplanten Missionen von Blue Origin auswirkt.

Besonders betroffen könnte die für später in diesem Jahr geplante Startserie für Amazons Leo-Breitbandsatelliten sein, die ebenfalls mit der New Glenn-Rakete durchgeführt werden soll.

FAA setzt auf strikte Sicherheitsstandards

Die FAA hat in den letzten Jahren bereits mehrere Raketen aufgrund von Zwischenfällen stillgelegt, darunter die kleinere Blue Origin New Shepard, die SpaceX Falcon 9 und die Starship. Die Behörde setzt damit konsequent auf strenge Sicherheitsvorkehrungen, um Risiken für die Öffentlichkeit und die Raumfahrtindustrie zu minimieren.

Quelle: Engadget