FBI-Direktor Kash Patel hat einen Bericht der New York Times scharf kritisiert, wonach das FBI eine Reporterin des Blatts wegen eines Artikels über seine Lebensgefährtin ermittelt haben soll. Patel bezeichnete die Berichterstattung als „grundlos“ und betonte, die Anschuldigungen seien „absolut falsch“.

Patel: FBI-Ermittlungen gegen Reporterin „völlig haltlos“

In einem Interview mit Fox News-Moderator Sean Hannity am Mittwoch erklärte Patel, er habe das FBI nicht genutzt, um die Journalistin Elizabeth Williamson wegen ihres Artikels vom 28. Februar zu verfolgen. In dem Beitrag ging es um Patels Genehmigung von Sicherheits- und Reiseleistungen für seine Freundin Alexis Wilkins. Patel behauptete, der New York Times-Artikel habe zu Bedrohungen gegen seine Lebensgefährtin geführt.

„Wir werden nicht nur mich und meine Angehörigen schützen, sondern jeden Amerikaner, der bedroht wird“, so Patel. Er warf der New York Times vor, „vergangene Berichte ignorieren“ zu wollen und „unsere Stellungnahmen abzulehnen“. Stattdessen solle das Blatt die „zahlreichen Drohungen“ gegen ihn und seine Familie thematisieren, die auf der Berichterstattung beruhten.

„Die Berichterstattung der New York Times bringt wichtige und besorgniserregende Fakten ans Licht. Wir sind überzeugt von der Richtigkeit unseres Artikels.“

Sprecher der New York Times gegenüber TheWrap

New York Times: FBI-Ermittlung als „Verstoß gegen die Pressefreiheit“

Chefredakteur Joe Kahn bezeichnete die FBI-Ermittlungen am Mittwoch als „offensichtlichen Verstoß gegen Elizabeth Williamsons First-Amendment-Rechte“ und einen weiteren Versuch der Regierung, Journalisten an ihrer Arbeit zu hindern. Der Bericht der New York Times selbst behauptete nicht, Patel habe die Ermittlungen persönlich angeordnet. Vielmehr hätten FBI-Agenten nach Informationen in Datenbanken gesucht, nachdem Wilkins in einem Interview mit FBI-Beamten angab, sich von Williamson belästigt zu fühlen. Die Ermittlungen sollten klären, ob die Reporterin gegen Stalking-Gesetze verstoßen habe. Das Justizministerium beendete die Untersuchung schließlich, nachdem einige Beamte sie als „Racheakt“ eingestuft hätten.

Pressefreiheitsgruppen schlagen Alarm

Nach dem Bericht der New York Times gingen mehrere Pressefreiheitsorganisationen auf Distanz zu Patel und dem FBI. Seth Stern, Chef der Freedom of the Press Foundation, kommentierte:

„Man weiß, dass das FBI aus dem Ruder läuft, wenn selbst Juristen im Justizministerium unter Trump die Ermittlungen als rechtlich unbegründet einstuften. Es ist empörend, dass ein seriöses FBI überhaupt in Betracht ziehen konnte, dass Telefonate oder E-Mails als Stalking gelten könnten – besonders, wenn es um den eigenen Direktor geht.“

Reporter ohne Grenzen bezeichnete die Vorgehensweise der Agenten als „verzweifelten Versuch, einen Journalisten einzuschüchtern, der Patel bloßstellte“. Die Organisation forderte Patel zum Rücktritt auf:

„Diese anhaltende, unamerikanische Schikane von Journalisten erinnert an die dunkelsten Tage des FBI. Es ist Zeit, dass Patel geht.“

Patel verklagt „The Atlantic“ wegen 250 Millionen Dollar

Patels Kritik an den Medien folgte auf eine Klage gegen The Atlantic, die er diese Woche eingereicht hat. Der Artikel des Magazins thematisierte angeblichen exzessiven Alkoholkonsum und Zweifel an Patels Amtsführung. Patel fordert 250 Millionen Dollar Schadensersatz.

Hintergrund: Warum die Ermittlungen gegen Williamson?

  • Die New York Times berichtete über Patels Genehmigung von Sicherheits- und Reiseleistungen für seine Freundin Alexis Wilkins.
  • Wilkins gab in einem FBI-Interview an, sich von der Reporterin Elizabeth Williamson belästigt zu fühlen.
  • FBI-Agenten durchsuchten Datenbanken nach Informationen über Williamson, um mögliche Verstöße gegen Stalking-Gesetze zu prüfen.
  • Das Justizministerium beendete die Ermittlungen, nachdem sie als „Racheakt“ eingestuft wurden.
Quelle: The Wrap