Ford setzt auf neue Produktstrategie und verliert Top-Technologen
Der US-Automobilhersteller Ford vollzieht einen grundlegenden Wandel seiner Unternehmensstrategie. Anstelle einer reinen Elektroauto-Ausrichtung setzt der Konzern nun auf eine flexiblere Produktpalette mit Fokus auf Hybridtechnologien und modulare Plattformen. Diese Neuausrichtung wird durch die Gründung eines neuen Teams, der „Product Creation and Industrialization“-Einheit, unterstrichen.
Neues Team soll Ford+ Plan beschleunigen
Die neu geschaffene Abteilung wird von Kumar Galhotra geleitet, dem langjährigen Ford-Manager und aktuellen COO. Seine Aufgabe: Die Umsetzung des Ford+ Plans vorantreiben, um bis 2029 eine 8-prozentige EBIT-Marge zu erreichen. Dazu gehört eine der intensivsten Produkt-, Software- und Dienstleistungsoffensiven der Ford-Geschichte.
Ford-CEO Jim Farley betont, dass diese Umstrukturierung das Ergebnis jahrelanger Arbeit sei. Ziel sei ein „modernes Ford“ – ein agiler Konzern, der hochwertige, softwaredefinierte Fahrzeuge mit verschiedenen Antriebsoptionen, digitalen Erlebnissen und personalisierten Besitzfunktionen anbietet.
Elektrifizierung bleibt, aber mit anderer Priorität
Trotz des Strategiewechsels betont Ford, dass die Elektrifizierung nicht aufgegeben wird. Stattdessen verschiebt der Konzern den Fokus auf die Entwicklung und Produktion von Hybridfahrzeugen. Diese Neuausrichtung spiegelt sich auch im Abgang von Doug Field wider, der bisher als führender Elektroauto-Experte des Unternehmens galt.
Doug Fields Abschied und seine Vision für Ford
„Ich fühle mich geehrt, Ford während einer beispiellosen Phase technologischer und marktbezogener Umbrüche geleitet zu haben“, so Field. „Ich bin überzeugt, dass Ford nun über eine klare Technologiestrategie verfügt. Das erste bahnbrechende Produkt der neuen Universal-EV-Plattform – ein Mittelklasse-Pickup – steht kurz vor der Serienproduktion. Unsere Hardware-, Software- und Elektrifizierungspläne sind für die gesamte Produktpalette definiert.“
Field, der zuvor bei Tesla und Apple tätig war, lobt die „unglaublich talentierten Teams“ bei Ford und zeigt sich zuversichtlich für die Zukunft des Konzerns. „Ich hatte das Glück, an disruptiven Innovationen bei Apple, Tesla und Ford mitzuwirken. Jetzt freue ich mich darauf, diese Erfahrungen zurück in die Welt zu tragen.“
Was bedeutet die Strategieänderung für Fords Produktportfolio?
Die neue Ausrichtung umfasst folgende zentrale Punkte:
- Universal Electric Vehicle Plattform: Modulare Basis für verschiedene Fahrzeugtypen, darunter ein neuer Mittelklasse-Pickup.
- Next-Gen F-150 und F-Series Super Duty: Modernisierte Pickup-Modelle als Teil der neuen Produktstrategie.
- Hybridfokus: Entwicklung und Produktion von Hybridfahrzeugen statt rein elektrischer Modelle.
- Software und digitale Erlebnisse: Ausbau von softwaredefinierten Funktionen und personalisierten Besitzfeatures.
Fazit: Ford zwischen Tradition und Transformation
Mit der Neugründung des Produktteams und dem Abgang von Doug Field unterstreicht Ford seinen Willen zur Modernisierung. Die Strategie zielt darauf ab, durch Hybridtechnologien, modulare Plattformen und digitale Innovationen wettbewerbsfähig zu bleiben. Ob der Konzern damit seine Ziele erreicht, bleibt abzuwarten – sicher ist jedoch, dass sich die Automobilbranche weiter im Wandel befindet.