Form Energy setzt auf Irland als Standort für erste internationale Batterieanlage

Irland erlebte bereits vor dem KI-Boom einen massiven Ausbau von Rechenzentren – ähnlich wie die USA heute. Diese Entwicklung macht das Land zum idealen Standort für Form Energys erstes Projekt außerhalb der USA. CEO Mateo Jaramillo bezeichnete Irland bei Heatmap House in San Francisco als „Postkarte aus der Zukunft“. Im Rahmen der San Francisco Climate Week diskutierte er mit Robinson Meyer über die Potenziale der 100-Stunden-Batterie.

Die 100-Stunden-Batterie: Ein Game-Changer für die Energiewende

Jaramillo betonte, dass eine Speicherkapazität von 100 Stunden fossile Energieträger im Stromnetz ersetzen oder mit ihnen konkurrieren könnte. Diese Technologie würde nicht nur die Versorgungssicherheit von Rechenzentren erhöhen, sondern auch den Übergang von Öl und Gas zu erneuerbaren Energien beschleunigen.

Form Energy, 2017 von Jaramillo mitgegründet, ist bekannt für seine Eisen-Luft-Batterien, die bis zu 100 Stunden kontinuierlich Energie speichern können. Im Februar 2024 kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Google und dem Versorger Xcel Energy an: Gemeinsam soll die weltweit größte Batterie mit einer Kapazität von 30 Gigawattstunden entstehen.

Wachsender Strombedarf durch KI und Rechenzentren

Trotz Herausforderungen beim Ausbau erneuerbarer Energien in den USA profitieren Speicherfirmen wie Form Energy vom Rekordwachstum des Strombedarfs. „Als wir das Unternehmen gründeten, hätten wir nie mit dem aktuellen Boom der Rechenzentrumsnachfrage gerechnet“, so Jaramillo. „Doch wir setzten auf den Megatrend eines steigenden Strombedarfs – und dieser Trend ist ungebrochen.“

Steuerliche Anreize durch den Inflation Reduction Act

Neben dem Wachstum des Strommarkts profitieren Batteriehersteller von den Steuergutschriften für Energiespeicher des Inflation Reduction Act. Trotz Kürzungen der Republikaner an anderen Klimaprogrammen blieben diese Anreize erhalten. Jaramillo erklärte: „Wir qualifizieren uns für beide Förderungen. Tatsächlich ist die 100-Stunden-Dauer sogar im Gesetzestext für die Produktionssteuergutschrift verankert.“

Batterien als Brücke zur Dekarbonisierung

Obwohl Batterien helfen können, Gaskraftwerke durch zuverlässige Stromspeicherung zu ersetzen, gibt es parteiübergreifende Unterstützung für diese Technologie. Form Energy konzentriert sich nun darauf, die Kosten seiner Eisen-Luft-Batterien weiter zu senken. „Aktuell sind wir zuversichtlich, die 20-Dollar-pro-Kilowattstunde-Marke in naher Zukunft zu erreichen“, betonte Jaramillo.

Fazit: Eine vielversprechende Technologie für die Zukunft

Mit der 100-Stunden-Batterie könnte Form Energy einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten – besonders in Kombination mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der wachsenden Nachfrage nach Strom durch KI und Rechenzentren. Die ersten Projekte in Irland und den USA markieren einen wichtigen Schritt in diese Richtung.