Die New York Giants hatten ursprünglich geplant, den ersten Pick der Cincinnati Bengals im Austausch für Defensive Tackle Dexter Lawrence zu erhalten. Dieser Deal sollte verhindern, dass andere Teams die Giants überholen, sobald diese mit der Auswahl von Lawrence gerechnet hätten. Doch daraus wurde nichts.

Stattdessen wählten die Cleveland Browns an Position neun einen Offensive Tackle, kurz bevor die Giants selbst einen Spieler an gleicher Position drafteten. Die Giants werden zwar offiziell nie bestätigen, dass sie Spencer Fano (den die Browns zogen) statt Francis Mauioga ausgewählt hätten. Doch die beste Lösung wäre gewesen, den Lawrence-Deal zu diesem Zeitpunkt abzuschließen.

Mehrere Quellen aus der NFL berichten, dass das Scheitern eines möglichen Trades mit den Las Vegas Raiders ein entscheidender Faktor für den frühen Abschluss des Lawrence-Deals war. Wie eine Quelle erklärte, bestand bei beiden Teams die Sorge, Lawrence könne den medizinischen Check nicht bestehen. Vor dem gescheiterten Crosby-Deal wäre diese Unsicherheit weniger relevant gewesen.

Ein vergleichbarer Fall war der Trade von A.J. Brown von den Tennessee Titans zu den Philadelphia Eagles während des Drafts 2022. Der Deal wurde vollzogen, während die Eagles ihren Pick hatten, um zu verhindern, dass andere Teams die Titans überholen könnten, falls diese Brown durch einen anderen Receiver ersetzen wollten. Dass Treylon Burks später nicht die Erwartungen erfüllte, ändert nichts an der strategischen Logik des Deals.

Doch ein solcher Trade wäre heute, nach dem gescheiterten Crosby-Deal, möglicherweise nicht mehr möglich. Zwar haben Teams Zugang zu allen medizinischen Unterlagen – einschließlich der Austrittsuntersuchungen der Vorsaison –, doch alle Trades bleiben vorläufig, bis der Spieler den finalen Check besteht. Genau das passierte am Freitag, als die Minnesota Vikings und die Philadelphia Eagles einen Deal für Defensive End Jonathan Greenard vereinbarten und die Details bis zum erfolgreichen medizinischen Check geheim hielten.

Bei Dexter Lawrence lagen die Einsätze jedoch höher: Sowohl für die Bengals als auch für die Giants. Zwar hätte man versuchen können, den Deal diskret zu gestalten, doch die Hürden wären enorm gewesen. Die Entscheidung fiel daher, den Deal frühzeitig abzuschließen – selbst wenn andere Teams fünf Tage Zeit hatten, um zu spekulieren, welche Spieler die Giants an Position zehn draften könnten, und möglicherweise ihre Pläne anzupassen. Ähnlich wie die Eagles es taten, als sie Receiver Makai Lemon von den Pittsburgh Steelers kurz vor Draft-Beginn verpflichteten.

Zusätzlich musste Lawrence’ neuer Vertrag mit den Bengals geklärt werden. Die Eagles schafften dies vor vier Jahren mit Brown und wiederholten es am Freitag mit Greenard. Am Ende machten sowohl der medizinische Check als auch der Vertragsabschluss den frühen Deal für alle Beteiligten zur vernünftigsten Lösung.

Das bedeutet nicht, dass künftig nie wieder ein Spieler für einen Pick gehandelt wird, der gerade auf dem Tisch liegt. Doch solche Deals erfordern klare Notfallpläne für den Fall, dass der Spieler den medizinischen Check nicht besteht. Mit dem Lawrence-Deal haben die Giants und Bengals diese Hürde frühzeitig umgangen – und sich so einen strategischen Vorteil gesichert.