Der chinesische Automobilkonzern Geely präsentiert sich als potenzieller Partner für Ford, um den nächsten Ranger gemeinsam zu entwickeln. Ein hochrangiger Manager des Unternehmens hat diese Option nun öffentlich ins Gespräch gebracht – obwohl Ford in den USA bereits Bedenken gegenüber chinesischer Technologie geäußert hat.

Geely arbeitet bereits mit internationalen Herstellern wie Renault und Mercedes-Benz zusammen. Die Nutzung einer seiner Plattformen könnte Ford helfen, Entwicklungskosten und -zeiten für ein neues Ranger-Modell deutlich zu reduzieren.

Geelys Angebot an Ford

Alex Gu, Vizepräsident von Geely Auto International, erklärte gegenüber Carsales, dass der aktuelle Ford Ranger – größtenteils in Australien entwickelt – die strengen Neuen Fahrzeug-Effizienzstandards (NEVS) des Landes nur in der Plug-in-Hybrid-Version erfüllt. Geely selbst arbeitet an einem neuen Pickup, der 2028 auf den Markt kommen soll und als Basis für eine nächste Ranger-Generation dienen könnte.

Auf die Frage, ob ein zukünftiger Ranger auf einer gemeinsamen Plattform basieren könnte, antwortete Gu mit einem klaren „Warum nicht?“ und fügte hinzu, dass eine solche Entwicklung idealerweise mit einem westlichen Automobilhersteller erfolgen „sollte“.

Kosteneffizienz als Hauptargument

Gu betonte:

„Entweder investieren sie viel Geld und Zeit in eine neue Plattform oder sie finden einen Partner wie Geely für eine Zusammenarbeit. Heute dauert die eigenständige Entwicklung einer Plattform sehr lange und erfordert enorme Investitionen. Für mich wäre eine Kooperation mit einem chinesischen Hersteller heute die effizientere Lösung.“

Partnerschaften im Segment der Mittelklasse-Pickups sind keine Seltenheit. So basieren etwa der neue Nissan Navara und der Mitsubishi Triton/L200 auf derselben Plattform, unterscheiden sich jedoch in Design und Ausstattung. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Modelle wie den BYD Shark 6 in Australien könnte Geely darauf setzen, dass Ford unter Druck gerät, eine Zusammenarbeit einzugehen.

Fords Reaktion – oder vielmehr das Fehlen einer

Ford lehnte es ab, sich zu den Aussagen von Gu zu äußern. Zudem dementierte das Unternehmen kürzlich Berichte, wonach es in den USA mit Geely zusammenarbeiten wolle – eine Partnerschaft, die dem chinesischen Hersteller den Einstieg in den US-Markt ermöglichen könnte. Dennoch hat Fords CEO Jim Farley bereits öffentlich seine Bewunderung für chinesische Automobilinnovationen zum Ausdruck gebracht. Sollte Ford tatsächlich mit Geely kooperieren, wäre dies ein weiteres Zeichen für den wachsenden Einfluss chinesischer Hersteller auf etablierte Marken.

Geelys Angebot könnte für Ford eine strategisch sinnvolle Lösung darstellen – vorausgesetzt, das Unternehmen ist bereit, traditionelle Bedenken gegenüber chinesischer Technologie beiseitezulegen.

Quelle: CarScoops