Johnson und Thune liefern sich Machtkampf um DHS-Gelder
Haussprecher Mike Johnson (R-La.) und Senatsmehrheitsführer John Thune (R-S.D.) geraten zunehmend in Konflikt über die Finanzierung des Heimatschutzministeriums (DHS). Die Uneinigkeit erschwert die Beendigung des seit 72 Tagen andauernden Shutdowns und gefährdet die Zahlungsfähigkeit der Behörde.
Frustration im Senat über Johnsons Vorgehen
Obwohl Thune dies öffentlich nicht eingesteht, wächst die Unzufriedenheit unter republikanischen Senatoren über Johnsons Weigerung, einen vom Senat bereits zweimal verabschiedeten DHS-Finanzierungsentwurf zu übernehmen. Johnson versucht stattdessen, den Entwurf im Repräsentantenhaus zu modifizieren, um dort eine Mehrheit zu sichern.
Gemeinsamer Plan scheitert an Details
Zu Beginn des Monats hatten Johnson und Thune noch eine gemeinsame Strategie verkündet: Die Finanzierung von ICE und Border Patrol sollte über das Reconciliation-Verfahren erfolgen, während der Rest des DHS über den regulären Haushaltsprozess finanziert werden sollte. Doch nun zeigt sich, dass diese Aufteilung nicht funktioniert.
Johnson begründet seine Änderungen mit „problematischer Sprache“ im ursprünglichen Entwurf: „Wir haben eine überarbeitete Version, die für beide Kammern deutlich besser geeignet ist. Sie ändert den Großteil der Inhalte nicht“, erklärte er. Thune reagierte diplomatisch, betonte aber die Notwendigkeit einer vollständigen Finanzierung: „Ich denke, wir haben alles getan, um eine angemessene Finanzierung sicherzustellen.“
Kernstreitpunkt: Finanzierung von ICE und Border Patrol
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Streichung der Mittel für ICE und Border Patrol im Senatsentwurf. Eine breite Gruppe von Abgeordneten im Repräsentantenhaus lehnt diese Kürzung ab, um eine Abstimmung zu vermeiden, die als „Entzug der Finanzierung für Strafverfolgungsbehörden“ interpretiert werden könnte.
Eine mögliche Lösung wäre, die endgültige Abstimmung über den DHS-Haushalt mit dem Reconciliation-Verfahren zu verknüpfen. Dies würde jedoch bedeuten, dass das Ministerium bis Mitte Mai ohne Finanzierung bliebe.
Kleine Änderungen mit großen Folgen
Johnson signalisiert, dass es sich bei den geplanten Anpassungen eher um stilistische Überarbeitungen als um inhaltliche Änderungen handeln soll. Selbst diese geringfügigen Anpassungen würden jedoch eine erneute Prüfung und Verabschiedung durch den Senat erfordern.
Blockade trotz gemeinsamer Parteizugehörigkeit
Trotz ihrer Zugehörigkeit zur gleichen Partei und ihrer Führungspositionen in ihren jeweiligen Kammern stellen sich Johnson und Thune öffentlich gegenläufig auf. Diese Haltung könnte eine Einigung im Hintergrund zusätzlich erschweren und die Krise weiter verschärfen.
„Die Uneinigkeit zwischen den republikanischen Führern zeigt, wie tief die Gräben innerhalb der Partei sind – selbst in einer existenziellen Haushaltskrise.“