„Jemand, der mir nahesteht, wird sterben!“ – dieser Schrei prangt auf dem Cover von Amazing Spider-Man #121 aus dem Jahr 1973. Selbst Leser, die diese Ausgabe nie in Händen hielten, wissen: Es geht nicht um J. Jonah Jameson, Mary Jane Watson oder Tante May. Es geht um Gwen Stacy, die langjährige Freundin von Peter Parker.

Doch nicht nur ihr Tod erschütterte die Comic-Welt. Auch der Autor Gerry Conway ist kürzlich im Alter von 73 Jahren verstorben. Conway hinterlässt ein Vermächtnis, das Figuren wie den Punisher, Robin Jason Todd, Carol Danvers und unzählige weitere prägte. Doch sein bedeutendster – und zugleich komplexester – Beitrag zur Popkultur bleibt die Geschichte „The Night Gwen Stacy Died“, auch bekannt als Spider-Man’s Last Stand.

Gerry Conways Weg zum Comic-Ruhm

Conway begann seine Karriere 1968 im Alter von nur 16 Jahren. Zunächst arbeitete er für DC an Horror- und Western-Comics, bevor er zu Marvel wechselte. 1972 übernahm er die Feder für Amazing Spider-Man und schrieb die Ausgaben #111 bis #149. Dort schuf er eines der prägendsten Ereignisse der Comic-Geschichte.

Ein Tod, der die Comic-Welt veränderte

Die beiden Ausgaben Amazing Spider-Man #121 und #122 wirken auch heute noch modern. Die Handlung beginnt mit Harry Osborn, der an einer LSD-Vergiftung leidet, während Peter Parker von einem Virus aus einem vorherigen Abenteuer in Kanada geschwächt ist. Norman Osborn, der Green Goblin, hat seine Identität vergessen – bis sein Sohn in Gefahr gerät. Der Schock bringt seine Erinnerung zurück, und der Goblin sinnt auf Rache an Peter Parker.

Diese Rache gipfelt in #121: Der Goblin wirft Gwen Stacy von der Brooklyn Bridge (im Comic als George Washington Bridge bezeichnet). Peter Parker versucht verzweifelt, sie mit einem Netz zu retten, und fängt sie am Knöchel. Doch der Aufprall ist zu stark – Gwens Genick bricht.

In #122, „The Goblin’s Last Stand“, eskaliert der Konflikt. Spider-Man sucht Vergeltung und stellt sich dem Green Goblin zum finalen Kampf. Der Tod des Goblins kommt, als Spider-Man einem Angriff ausweicht und der Goblin-Gleiter seinen Feind durchbohrt.

Ein Vermächtnis, das bis heute nachhallt

Diese Szenen wurden unzählige Male in Hommagen, Filmen und Serien adaptiert – so sehr, dass der ursprüngliche Genius der Geschichte leicht in Vergessenheit gerät. Doch Gwen Stacys Tod markierte einen Wendepunkt: Er zeigte, dass selbst Superhelden nicht unantastbar sind. Peter Parker verlor seine große Liebe, und die Welt erkannte, dass selbst die stärksten Helden scheitern können.

Seitdem hat sich das Superhelden-Genre weiterentwickelt, doch dieser Moment bleibt unvergessen. Er bewies, dass Comics nicht nur Unterhaltung, sondern auch tiefgründige Erzählkunst sein können – eine Lektion, die bis heute nachwirkt.