Am 28. April 2015 stand ein historischer Fall vor dem Obersten Gerichtshof der USA: Obergefell v. Hodges. Die mündliche Verhandlung markierte einen Wendepunkt in der Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe in den Vereinigten Staaten.
Der Fall, der von Jim Obergefell und anderen Klägern eingereicht wurde, forderte die Anerkennung der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren in allen Bundesstaaten. Bis zu diesem Zeitpunkt erkannten einige Bundesstaaten solche Ehen an, während andere sie verboten. Dies führte zu einer rechtlichen und sozialen Zersplitterung.
Während der Verhandlung argumentierten die Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe, dass das Verbot gegen den 14. Zusatzartikel der US-Verfassung verstoße, der die Gleichbehandlung unter dem Gesetz garantiert. Die Gegner hingegen beriefen sich auf traditionelle Werte und die Definition der Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau.
Die Entscheidung des Supreme Courts in diesem Fall sollte später, am 26. Juni 2015, verkündet werden. Mit einer knappen Mehrheit von 5:4 Richtern entschied das Gericht, dass das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe durch den 14. Zusatzartikel geschützt sei. Damit wurde die Ehe für alle in den gesamten USA legalisiert.
Der Fall Obergefell v. Hodges gilt heute als einer der bedeutendsten Meilensteine in der Geschichte der Bürgerrechte in den USA. Er markierte nicht nur einen Fortschritt in der Gleichstellung, sondern auch eine Veränderung im gesellschaftlichen Bewusstsein.