Die Ankündigung von Coinbase und Circle zur Unterstützung des AQAv2-Upgrades von Hyperliquid hat den HYPE-Token am 14. Mai auf rund 45 Dollar steigen lassen. Diese Partnerschaft macht USDC zur primären Quote-Asset der Plattform und leitet den Großteil der Einnahmen aus Reserveerträgen zurück an das Protokoll.
Der Kursanstieg spiegelt die Interpretation der Händler wider, die die Nachricht als institutionelle Bestätigung des von Native Markets entwickelten stabilen Stablecoin-Modells auf Hyperliquid sehen. Das AQAv2-Upgrade sieht vor, dass Coinbase als offizieller USDC-Treasury-Deployer auf Hyperliquid fungiert. Circle übernimmt die technische Implementierung sowie die Cross-Chain-Infrastruktur, einschließlich des CCTP-Protokolls, das den nativen USDC-Transfer zwischen Blockchains ermöglicht.
Neue Rollenverteilung unter AQAv2
Native Markets hat Coinbase zudem das Recht eingeräumt, USDH-Brand-Assets zu erwerben, bleibt jedoch als Organisation unabhängig. Der USDH bleibt während des Übergangs vollständig besichert, wobei Märkte im Laufe der Zeit auslaufen und gebührenfreie Konvertierungs- sowie Fiat-Einlösewege für Nutzer verfügbar bleiben.
Warum diese Entwicklung wichtig ist
Liquidität: USDC dominierte bereits die Stablecoin-Liquidität auf Hyperliquid. Durch AQAv2 wird USDC zur primären Quote-Asset, während Hyperliquid seine tiefste Stablecoin-Schiene behält.
Protokollausrichtung: USDH führte das Modell der Reserveertragsverteilung innerhalb des Ökosystems ein. USDC übernimmt nun dieses Modell durch die Treasury-Implementierung von Coinbase.
Technische Infrastruktur: Vor AQAv2 war der Stablecoin-Transfer fragmentierter. Circle übernimmt nun die CCTP-Implementierung und sorgt für einen reibungsloseren nativen USDC-Transfer zwischen Blockchains.
Reserveertrags-Ökonomie: USDH behielt die Erträge innerhalb des Hyperliquid-Protokolls. Coinbase teilt nun den Großteil der USDC-Reserveerträge mit dem Protokoll. Stablecoin-Herausgeber konkurrieren damit nicht nur um Liquidität, sondern auch um wirtschaftliche Anreize.
Die Rolle des USDH
USDH diente als Proof-of-Concept für ein natives, protokollausgerichtetes Stablecoin-Modell. Es bleibt vollständig besichert, doch die Märkte laufen im Laufe der Zeit aus. USDH wird damit nicht mehr die dominierende Quote-Asset sein, sondern als Referenzmodell dienen.
HYPE und Protokollausrichtung
Der HYPE-Token ist eng mit dem Wachstum des Ökosystems verknüpft. Coinbase und Circle verpflichten sich, HYPE zu staken, wodurch die Partnerschaft wirtschaftlich stärker an das Protokoll gebunden wird.
Das Problem, das AQAv2 löst
Vor AQAv2 bestand eine Spannung im Stablecoin-Modell von Hyperliquid: USDC dominierte mit einem Marktanteil von etwa 93,5 % bei einem Gesamtvolumen von rund 5,43 Milliarden Dollar. USDH hingegen verteilte die Reserveerträge innerhalb des Protokolls. Die Frage war, warum alle Erträge das Protokoll verlassen sollten, wenn Hyperliquid Liquidität, Nutzer und Handelsaktivität bereitstellt, die einen Stablecoin erst nützlich machen.
Native Markets entwickelte eine Lösung mit USDH, während USDC die notwendige Liquidität mitbrachte. AQAv2 vereint beide Ansätze in einem einheitlichen Rahmen. Coinbase fungiert nun als Treasury-Deployer und teilt den Großteil der Reserveertrags-Einnahmen aus der USDC-Bestandsmenge auf Hyperliquid mit dem Protokoll.
Native Markets bezeichnet USDC damit als den am stärksten protokollausgerichteten Stablecoin auf Hyperliquid. Coinbase betont, dass diese Initiative auf den Grundlagen von Native Markets und USDH aufbaut.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Reserveerträge
Schätzungen zufolge liegt die jährliche Reserveertrags-Chance auf Hyperliquid bei 150 bis 220 Millionen Dollar. Bei einer angenommenen Rendite von 3 % bis 4,5 % auf eine USDC-Bestandsmenge von 5 Milliarden Dollar ergibt sich ein Bruttoertrag von 150 bis 225 Millionen Dollar pro Jahr. Bei einer 70-prozentigen Aufteilung erhält das Protokoll zwischen 105 und 157,5 Millionen Dollar jährlich.