Teheran hat ein neues Angebot zur Beendigung der Blockade in der Straße von Hormuz vorgelegt. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Offiziellen verzichtet die iranische Führung jedoch darauf, ihr umstrittenes Atomprogramm in die Gespräche einzubeziehen. Stattdessen fordert Iran die Aufhebung der US-Sanktionen als Gegenleistung.

Die beiden regionalen Diplomaten, die anonym bleiben wollten, bestätigten, dass die Vorschläge im Rahmen geschlossener Verhandlungen unterbreitet wurden. Die Gespräche finden vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den USA und Iran statt, obwohl seit Kurzem ein Waffenstillstand gilt.

Die Ölpreise stiegen am Montag leicht an, da die Blockade in der strategisch wichtigen Meerenge weiterhin besteht. Gleichzeitig versuchen pakistanische Vermittler, die seit Langem festgefahrenen Gespräche zwischen Washington und Teheran wiederzubeleben.

Irans Außenminister Abbas Araghchi befindet sich derzeit auf einer Reise durch Russland, Pakistan und Oman. In Moskau traf er am Montag mit Russlands Präsident Wladimir Putin zusammen. Oman, das eine gemeinsame Grenze mit dem Iran an der Straße von Hormuz hat, spielt eine zentrale Rolle in den Vermittlungsbemühungen.

Ein regionaler Diplomat, der an den Vermittlungsgesprächen beteiligt ist, erklärte unter der Bedingung der Anonymität, dass zwischen den USA und Iran weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. US-Präsident Donald Trump hatte kurzfristig die geplante Reise seiner Spitzenvertreter nach Islamabad abgesagt, nachdem der Iran die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen als Voraussetzung für neue Verhandlungen gefordert hatte.

Laut Angaben des US Central Command wurden seit Beginn der Blockade bereits 38 Schiffe umgeleitet. Die humanitären Folgen des Konflikts sind verheerend: Seit Ausbruch der Kämpfe wurden mindestens 3.375 Menschen im Iran und 2.509 im Libanon getötet, wo der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah nach Beginn des Iran-Kriegs erneut eskalierte. Zudem kamen 23 Menschen in Israel und mehr als ein Dutzend in Golfstaaten ums Leben. Unter den Opfern sind auch 15 israelische Soldaten im Libanon, 13 US-Militärangehörige in der Region sowie sechs UN-Friedenssoldaten im Süden des Landes.