Iran-Krieg führt zu Rekord-Dieselpreisen – wer trägt die Kosten?
Seit Beginn der Militäroperationen im Iran sind die Preise für Diesel in den USA stark gestiegen. Fast die Hälfte der zusätzlichen Treibstoffkosten entfällt auf diesen Kraftstoff, wie neue Daten zeigen. Experten warnen vor weitreichenden Folgen für die Wirtschaft und Verbraucher.
Streit um Hormuz-Strait treibt Ölpreise nach oben
Mit Beginn der Bombenangriffe im Iran hat das Land die strategisch wichtige Hormuz-Strait blockiert – durch diese Route fließen etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Die Folge: Die Ölpreise schossen in die Höhe. Da die USA und der Iran keine Einigung erzielen konnten, steigen die Kosten weiter. Die größten Profiteure sind dabei Russland und andere Ölförderländer.
Laut einer Studie der Brown University haben die gestiegenen Ölpreise seit dem 28. Februar bereits zu 19 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Kosten für Verbraucher geführt. Fast die Hälfte davon – 9,4 Milliarden US-Dollar – entfällt auf Diesel. Pro Haushalt bedeutet das eine Belastung von etwa 71 US-Dollar.
Warum Diesel die Wirtschaft stärker trifft als Benzin
Während Autofahrer bei hohen Benzinpreisen ihren Verbrauch reduzieren können, bleibt die Nachfrage nach Diesel stabil. Der Grund: Diesel ist unverzichtbar für LKW, Bahn, Landwirtschaft und Bauindustrie. Fast alle Waren in den USA durchlaufen irgendwann die Diesel-Lieferkette – höhere Kosten werden an die Verbraucher weitergegeben.
„Diesel ist der Treibstoff, der die Wirtschaft antreibt – nicht Benzin“, erklärt Patrick De Haan, Leiter der Kraftstoffanalyse bei GasBuddy. Da aus einem Barrel Öl weniger Diesel als Benzin gewonnen wird, steigen die Preise überproportional. Seit Kriegsbeginn sind die Dieselpreise um 54 Prozent gestiegen, während Benzin nur um 38 Prozent teurer wurde.
Wintereinbruch verschärft die Krise
Ein weiterer Faktor ist die Jahreszeit: Kurz vor Kriegsbeginn herrschte in Neuengland ein langer, kalter Winter. Dort wird ein Großteil des US-Heizöls verbraucht. Da Heizöl und Diesel chemisch fast identisch sind, gab es bereits vor dem Konflikt Preisdruck. Der Krieg verschärfte die Lage zusätzlich.
„Sie spüren die Auswirkungen vielleicht auf Wegen, die Ihnen nicht bewusst sind.“
Jeff Colgan, Politologe an der Brown University
Wer profitiert – und wer zahlt?
Während die Ölförderländer hohe Gewinne einfahren, leiden vor allem kleine und mittlere Unternehmen unter den steigenden Dieselpreisen. Transportkosten steigen, was sich auf die Preise für Lebensmittel, Baumaterialien und andere Güter auswirkt. Auch Privatpersonen spüren die Folgen, etwa beim Heizen oder beim Einkaufen.
Experten warnen davor, dass die Krise noch lange anhalten könnte – es sei denn, es kommt zu einer diplomatischen Lösung. Bis dahin müssen Verbraucher und Unternehmen mit den höheren Kosten leben.
Fazit: Dieselpreise steigen – wer kann sich das noch leisten?
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie anfällig die globale Wirtschaft für geopolitische Konflikte ist. Während einige Länder von hohen Ölpreisen profitieren, zahlen vor allem die USA und ihre Bürger einen hohen Preis. Die Frage bleibt: Wie lange kann die Wirtschaft diese Belastung tragen?