Die Los Angeles Angels wurden in den letzten zehn Jahren vor allem für eine Sache kritisiert: Sie verschwendeten das Talent von Superstars wie Mike Trout und Shohei Ohtani. Doch während die Probleme bei Positionsspielern offensichtlich waren, lag das Hauptproblem bei den Pitchern. Die Kalifornier hatten über Jahre hinweg Schwierigkeiten, stabile und leistungsstarke Werfer zu entwickeln, zu verpflichten oder zu halten. Selbst die letzten großen Pitcher-Erfolge wie John Lackey oder Chuck Finley stammen aus einer Zeit, die längst vorbei ist.
Vor diesem Hintergrund war die Verpflichtung des jungen Jose Soriano im Jahr 2016 zunächst kein Grund zur Euphorie. Doch der damals 17-Jährige entwickelte sich zu einem der vielversprechendsten Pitcher des Teams. Mit einer ungewöhnlichen, aber effektiven Pitching-Hand entwickelte er sich zu einem Hoffnungsträger – bis zu seinem jüngsten Auftritt gegen die Chicago White Sox.
Ein vielversprechender Start mit ernüchterndem Ende
Soriano hatte sich in dieser Saison als einer der besten Pitcher der MLB etabliert. Mit einem ERA von 0,24 nach sieben Starts und 42,2 Innings war er der dominierende Werfer seiner Liga. Doch in seinem letzten Spiel gegen die White Sox kippte das Blatt: Innerhalb von fünf Innings kassierte er drei Runs, darunter zwei Home Runs. Plötzlich stieg sein ERA auf 0,84, und seine Gesamtzahl der zugelassenen Runs verdoppelte sich von eins auf vier.
Besonders enttäuschend: Soriano hatte diese Leistung nicht als kurzfristiger Ersatz oder Neuling erbracht, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Seine sieben Starts waren kein Zufall, sondern das Ergebnis einer soliden Vorbereitung. Doch nun stellt sich die Frage: War sein früherer Erfolg nur ein kurzer Höhenflug oder ein Zeichen für nachhaltige Entwicklung?
Die Angels und das ewige Problem mit Pitchern
Die Schwierigkeiten der Angels bei der Pitcher-Entwicklung sind kein Geheimnis. Das Team hat in der Vergangenheit immer wieder mittelmäßige Free Agents verpflichtet, die schnell scheiterten, oder ganze Draft-Klassen in Pitcher investiert – mit wenig Erfolg. Selbst die Verpflichtung von Soriano war zunächst kein Zeichen für eine klare Strategie, sondern eher ein Zufall.
Doch jetzt, wo Soriano seine Dominanz verloren hat, stellt sich die Frage: Haben die Angels erneut einen Pitcher verloren, der ihr Team hätte retten können? Oder war sein früherer Erfolg nur ein kurzes Strohfeuer, das nun verglüht?
„Die Angels haben über Jahre hinweg gezeigt, dass sie keine nachhaltige Pitcher-Entwicklung betreiben können. Soriano war eine Ausnahme – doch jetzt muss sich zeigen, ob er eine Regel bestätigt oder widerlegt.“
Was kommt als Nächstes für Soriano und die Angels?
Die nächsten Spiele werden entscheidend sein. Wenn Soriano seine Form nicht zurückfindet, könnte das Team gezwungen sein, nach Alternativen zu suchen. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob die Angels aus ihren Fehlern lernen und endlich eine stabile Pitching-Entwicklung aufbauen können.
Eines ist klar: Die Kalifornier können es sich nicht leisten, weiterhin Top-Talente zu verschwenden. Die Zeit für Experimente ist vorbei – es geht um Ergebnisse.