Konfrontation bei Pressekonferenz

Kash Patel, ehemaliger Mitarbeiter des US-Justizministeriums, geriet während einer Pressekonferenz zu Betrugsvorwürfen gegen den Southern Poverty Law Center in eine hitzige Diskussion mit einem Reporter aus Washington, D.C. Der Anlass: ein Bericht des Magazins Atlantic, der Patel als „unberechenbar“ und „misstrauisch“ beschreibt.

Frage zu Login-Problemen

Ein Reporter konfrontierte Patel mit der Frage, warum er sich nicht in sein Computersystem einloggen konnte. Laut einer Klage Patels gegen das Atlantic habe er Zugang zu seinen Konten verloren. Der Journalist fragte konkret:

„Können Sie das Login-Problem erklären? Ihre Klage behauptet, Sie hätten sich nicht in das System einloggen können. Was dachten Sie, als Ihnen das nicht gelang?“

Patels wütende Reaktion

Patel versuchte zunächst, die Reaktionen im Raum zu sondieren, bevor er dem Reporter vorwarf, ihn zu unterbrechen. Er betonte:

„Das Problem mit Ihnen – unterbrechen Sie mich nicht. Sie haben eine Frage gestellt.“

Als der Reporter darauf bestand, eine „einfache und klare“ Frage gestellt zu haben, warf Patel der Presse vor, „Lügen“ über ihn zu verbreiten. Er erklärte:

„Ich habe Ihre Frage beantwortet: Ich wurde nie von meinen Systemen ausgesperrt.“

Der Reporter konterte jedoch mit dem Hinweis auf Patels eigene Klage, in der dieser genau das Gegenteil behaupte.

Eingriff des amtierenden Justizministers

In dem eskalierenden Streit schaltete sich der amtierende Justizminister Todd Blanche ein und forderte den Reporter auf, seine Fragen zu beenden:

„Mann, hören Sie auf. Sie sind außergewöhnlich unhöflich. Ich weiß, das gehört vielleicht zu Ihrem Beruf, aber bitte hören Sie auf.“

Patel verklagt Atlantic auf 250 Millionen Dollar

Patel reichte am Montag eine 250-Millionen-Dollar-Klage gegen das Atlantic ein. In dem Bericht wurde er als „unberechenbar, misstrauisch gegenüber anderen und schnell zu voreiligen Schlüssen neigend“ beschrieben. Die Autorin Sarah Fitzpatrick stützte sich dabei auf „zwei Dutzend“ Quellen.

Patel bezeichnete den Artikel als „Fake News“ und „falsche Berichterstattung“. Fitzpatrick verteidigte ihre Arbeit jedoch in einem Interview mit MS NOW:

„Ich bin eine sorgfältige, preisgekrönte Investigativjournalistin mit einer langen Erfolgsgeschichte. Ich stehe zu jedem Wort dieser Berichterstattung. Wir haben exzellente Anwälte.“

Hintergrund: Betrugsvorwürfe gegen Southern Poverty Law Center

Die Pressekonferenz stand eigentlich im Zusammenhang mit Vorwürfen, das Southern Poverty Law Center habe über Jahre hinweg Millionen von Dollar durch betrügerische Spendenaktionen eingenommen. Patel und andere Vertreter der Regierung warfen der Organisation vor, Spendengelder „abgezockt“ zu haben.

Die Diskussion mit dem Reporter lenkte jedoch den Fokus auf Patels persönliche Vorwürfe gegen die Medien – ein wiederkehrendes Thema in der aktuellen politischen Debatte.

Quelle: The Wrap