In der Nacht zum Sonntag ereignete sich in Shreveport, Louisiana, ein grausames Verbrechen: Acht Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren wurden bei einem familieninternen Gewaltakt erschossen. Der Täter, ein 38-jähriger ehemaliger Soldat der Army National Guard, war der Vater von sieben der Opfer. Er tötete sich selbst oder wurde von der Polizei erschossen, nachdem er sich in ein Haus geflüchtet hatte.

Nach ersten Ermittlungen richteten sich die Schüsse gegen zwei Frauen, die Mütter der Kinder und gleichzeitig die Ex-Partnerinnen des Täters. Eine der Frauen war zum Zeitpunkt der Tat dabei, die Scheidung einzureichen. Beide überlebten mit schweren Verletzungen. Eine weitere Frau, die Schwägerin des Täters, konnte mit einem 12-jährigen Kind über das Dach fliehen.

Täter hatte psychische Vorgeschichte

Freunde und Familienmitglieder berichteten, der Mann habe eine lange Geschichte psychischer Probleme gehabt und von „dunklen Gedanken“ gesprochen. Dennoch schien er eine enge Bindung zu seinen Kindern zu haben. Erst zwei Tage vor der Tat postete er ein Foto auf Facebook, das seine elfjährige Tochter im Auto zeigte – mit einer Tüte Pommes und einem Burger. Die Bildunterschrift lautete: „Lol!!!! Took my oldest on a lil 1 on 1 date had to catch her down bad ugh ugh…“ gefolgt von fröhlichen Emojis.

Schlimmster Massenmord seit Jahren – kaum öffentliche Resonanz

Das Massaker in Shreveport ist der tödlichste Vorfall dieser Art in den USA seit den Morden an acht Menschen in Joliet, Illinois, im Januar 2024. Zuvor ereigneten sich ähnliche Tragödien in Maine (2023), Dallas (2023), Kalifornien (2023) sowie die Schulmassaker von Uvalde und Buffalo (beide 2022).

Doch dieses Mal blieb die öffentliche Reaktion verhalten. Während frühere Vorfälle oft tagelang nationale Schlagzeilen dominierten, fand die Nachricht vom Sonntag kaum Beachtung. Auf der Website der New York Times war der Bericht erst nach mehrfachem Scrollen auffindbar. Selbst 48 Stunden nach der Tat blieb die Berichterstattung in vielen Medien auf hinteren Plätzen.

USA: Massenerschießungen als traurige Normalität

Die Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit gegenüber solchen Tragödien wirft Fragen auf. Experten sehen darin ein alarmierendes Zeichen: Massenerschießungen sind in den USA zur traurigen Routine geworden. Politische Debatten über Waffenkontrolle oder psychische Gesundheit verlaufen meist im Sande, während weitere Opfer zu beklagen sind.

Die Stadt Shreveport trauert um die unschuldigen Kinder. Eine Kerzenlichtvigil am Montagabend erinnerte an die Opfer – doch die nationale Anteilnahme blieb aus.