OpenAI kämpft um Marktanteile bei Unternehmen

OpenAI mobilisiert Beratungspartner und wirbt mit seiner überlegenen Rechenleistung, um Unternehmen von Anthropic zurückzugewinnen. Beide KI-Labore stehen kurz vor möglichen Börsengängen, und der Ausgang dieses Wettbewerbs könnte entscheidend sein.

Warum das wichtig ist

Der Ausgang dieses Wettstreits könnte bestimmen, welches Unternehmen mit Schwung an die Börse geht und welches Investoren erklären muss, warum es Marktanteile verliert.

Die aktuellen Entwicklungen

OpenAI will Marktanteile im Unternehmensgeschäft von Anthropic erobern. Das KI-Labor arbeitet mit mehr als einem halben Dutzend Beratungspartnern zusammen, um Unternehmen bei der Einführung und Skalierung von Codex, OpenAIs Programmierwerkzeug, zu unterstützen. Diese Partner erhalten frühzeitig Zugang zu KI-Tools, um Unternehmen zu helfen, "ihre Geschäftsprozesse im Zeitalter der KI grundlegend neu zu denken", wie Denise Dresser, Chief Revenue Officer von OpenAI, gegenüber Axios erklärte.

Hintergrund: OpenAIs Fokus auf Unternehmensumsätze

Dies ist Teil von OpenAIs Strategie, die Einnahmen aus dem Unternehmensgeschäft zu steigern. Der Einsatz von Claude Code hat dazu geführt, dass Unternehmen mehr Geld bei Anthropic als bei OpenAI ausgeben, wie aus einem Bericht von Ramp hervorgeht.

In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter bezeichnete Dresser den Markt als "so wettbewerbsintensiv wie nie zuvor".

Wettbewerb um Rechenleistung und Marktanteile

OpenAI und Anthropic konkurrieren in mehreren Bereichen: Rechenleistung, Unternehmensakzeptanz und Modellqualität. Beide Labore streben Börsengänge an, die möglicherweise bereits im Herbst erfolgen könnten.

"Jeder handelt im Modus 'Winner-takes-all' – und das auf jeder Ebene des Technologie-Stacks."
Anuj Kapur, CEO von CloudBees

Laut mehreren Berichten ist die Nachfrage der Investoren für Anthropic derzeit höher als für OpenAI.

David Sacks, Technologieinvestor und Berater des Weißen Hauses, warnte im Podcast "All-In": Wenn OpenAI nicht bald bei den Einnahmen aufholt, könnte Anthropic einen Vorsprung erlangen, der "in den nächsten ein bis zwei Jahren unüberwindbar" sein könnte.

Rechenleistung als entscheidender Faktor

Im KI-Bereich gilt: Wachstum führt zu besseren Modellen. Mehr Nutzung führt zu mehr Daten, was wiederum die Modelle verbessert. Mehr zahlende Kunden generieren mehr Einnahmen, die in weitere Rechenleistung investiert werden können.

OpenAI betont jedoch, dass es bei der Rechenkapazität führend sei, wie aus einem kürzlich von Axios eingesehenen Investor-Brief hervorgeht.

Anthropic-CEO Dario Amodei warnte vor einer zu aggressiven Skalierung der Rechenleistung aufgrund der hohen Kosten und unsicheren Nachfrage. Dennoch kündigte das Unternehmen am Montag eine erweiterte Partnerschaft mit Amazon an, um bis zu 5 Gigawatt zusätzliche Rechenleistung zu sichern.

Ein OpenAI-Investor erklärte gegenüber Axios, dass die größere Rechenkapazität der entscheidende Vorteil von OpenAI sei. Sie ermögliche mehr Experimente und halte das Unternehmen in Sachen Modellleistung an der Spitze.

Fazit: Zwei Strategien, ein Ziel

OpenAI investiert in die Gewinnung von Nutzern, während Anthropic versucht, seine Margen zu schützen. Beide Unternehmen kämpfen um die größten Börsengänge der Geschichte.

Quelle: Axios