In einer überraschenden Niederlage hat Madison Sheahan, die von der Gouverneurin Kristi Noem für eine Kongresskandidatur in Ohio ausgewählt wurde, die republikanische Vorwahl im 9. Wahlbezirk des Bundesstaates verloren. Die Associated Press erklärte den ehemaligen Abgeordneten Derek Merrin zum Sieger, nachdem Sheahan zunächst auf Platz drei lag.
Ohio gilt als einer der wichtigsten Swing States für die Republikaner, die dort einen Sitz im Repräsentantenhaus zurückerobern möchten. Derzeit wird der 9. Wahlbezirk von Marcy Kaptur vertreten, die seit 22 Amtszeiten im Amt ist.
Sheahan hatte zuvor ihre Position als stellvertretende Direktorin der Einwanderungsbehörde ICE aufgegeben, um sich auf ihre Kandidatur zu konzentrieren – kurz vor Noems abruptem Rücktritt. Während ihrer Zeit bei der Behörde verschwendete sie laut Berichten Millionen Steuergelder für 2.500 speziell lackierte Dienstfahrzeuge mit dem Aufdruck „ICE“. Die auffälligen Fahrzeuge, die mit riesigen ICE-Logos, roten Streifen und einem goldenen Aufkleber mit Donald Trumps Namen an der Heckscheibe ausgestattet waren, sollten in einem Video der Heimatschutzbehörde DHS ein „cooles“ Image vermitteln. Doch der Fuhrpark erwies sich als nutzlos für die umstrittene Behörde, die bevorzugt unmarkierte Fahrzeuge für ihre umstrittenen Einsätze nutzt.
Auf dem Wahlkampf hatte Sheahan ihre Arbeit bei der ICE betont. Doch politische Analysten stellten fest, dass Einwanderungsthemen in der Vorwahl eine geringere Rolle spielten als wirtschaftliche Themen wie Arbeitsmarkt und Zölle. Sheahans Niederlage könnte ein frühes Warnsignal für andere Kandidaten sein, die eng mit Trumps unpopulärer Einwanderungspolitik verbunden sind.