Als Donald Trump 2017 ins Amt kam, versprach er, dass ein neuer Ballsaal im Weißen Haus ausschließlich aus privaten Mitteln finanziert werden sollte – ohne Kosten für die Steuerzahler. Doch jetzt fordert Senator Lindsey Graham (Republikaner aus South Carolina) die Bereitstellung von 400 Millionen Dollar aus öffentlichen Haushalten für dieses Projekt.
„Amerika hat ein Problem, und wir werden es lösen“, erklärte Graham. „Es geht nicht um Trump. Es geht um die Sicherheit des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wenn die Person im Amt das Gelände verlassen möchte, darf sie dabei kein Risiko eingehen.“
Hintergrund ist der gescheiterte Angriff auf Trump-Anhänger beim diesjährigen Weißen-Haus-Korrespondenten-Dinner am Samstag. Der mutmaßliche Attentäter, Cole Tomas Allen, konnte dank erhöhter Sicherheitsvorkehrungen im Washington Hilton nicht in den Speisesaal vordringen. Konservative Politiker nutzen den Vorfall nun als Argument für den Bau eines eigenen Ballsaals im Weißen Haus – mit noch strengeren Sicherheitsmaßnahmen.
Historisch gesehen haben Präsidenten immer wieder Veränderungen am Weißen Haus vorgenommen. Harry Truman ließ etwa in den Jahren 1949 bis 1952 eine umfassende Sanierung durchführen. Doch während solche Modernisierungen nachvollziehbar sind, stellt sich die Frage: Warum sollte die Öffentlichkeit für ein teures Prestigeprojekt aufkommen, wenn private Geldgeber angeblich bereit sind, die Kosten zu tragen?
Graham und seine Mitinitiatoren, Senatorin Katie Britt (Republikanerin aus Alabama) sowie Senator Eric Schmitt (Republikaner aus Missouri), schlagen vor, die 400 Millionen Dollar aus Steuergeldern zu finanzieren – obwohl die Mittel bereits vorhanden wären. Kritiker werfen dem Kongress vor, trotz bestehender finanzieller Mittel lieber Steuergelder auszugeben, statt private Investitionen zu nutzen.