Die Bewegung Make America Healthy Again (MAHA) verzeichnete am Donnerstag einen wichtigen Erfolg im Rahmen der Debatte über ein neues Agrargesetz im Repräsentantenhaus. Noch am selben Tag zog das Weiße Haus jedoch die Nominierung einer prominenten MAHA-Unterstützerin für den Posten des Surgeon General zurück.

Der Erfolg: MAHA-nahe Republikaner stimmten gemeinsam mit Demokraten für die Streichung einer umstrittenen Klausel im Agrargesetz. Diese hätte Pestizidhersteller vor Klagen wegen unterlassener Warnungen zu Gesundheitsrisiken geschützt. Die Abstimmung endete mit 280 zu 142 Stimmen.

Die gestrichene Passage hätte Bundesstaaten und Gerichte daran gehindert, Klagen zuzulassen, die auf Gesundheitsrisiken durch Pestizide hinweisen – selbst wenn diese über die von der EPA anerkannten Risiken hinausgehen. Die Entscheidung fiel zeitgleich zu einem laufenden Verfahren vor dem Supreme Court, in dem Bayer versucht, Klagen zu begrenzen, die das Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit Krebs in Verbindung bringen.

„Die Streichung der Pestizid-Haftungsklausel zeigt, dass Bürgerproteste selbst tief verwurzelten Konzerninteressen entgegenwirken können“, erklärte Vani Hari, eine führende MAHA-Aktivistin und Betreiberin des Blogs „Food Babe“, gegenüber Axios.

Doch nur wenige Stunden später zog das Weiße Haus die bereits blockierte Nominierung von Casey Means für den Posten des Surgeon General zurück. Stattdessen nominierte es Nicole Saphier vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center, eine ehemalige medizinische Kommentatorin bei Fox News.

Means’ Nominierung war ins Stocken geraten, nachdem einige Republikaner im Senats-Gesundheitsausschuss ihre Antworten zur Impfpflicht gegen Masern kritisch hinterfragt hatten. Means, eine Verbündete von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., vermied es, sich klar zur Impfpolitik zu positionieren. Zudem kritisierte sie nicht die von Präsident Trump erlassene Anordnung, die das umstrittene Herbizid Glyphosat fördert.

Trump lobte auf Truth Social Means’ Engagement für MAHA-Anliegen wie Kinderkrankheiten und pries Saphiers Kommunikationsfähigkeiten. Er betonte, sie könne komplexe Gesundheitsthemen verständlich vermitteln. Saphier veröffentlichte 2020 das Buch Make America Healthy Again, in dem sie ein präventiv ausgerichtetes Gesundheitssystem mit Fokus auf individuelle Entscheidungen fordert.

Laut Washington Post verbreitete Saphier 2022 zudem die falsche Behauptung, die CDC werde bald eine Impfpflicht für COVID-19 an Schulen einführen – eine Aussage, die sich als unwahr herausstellte.

Ausblick: Der Senat muss das Agrargesetz noch verabschieden. Zudem sind Hearings zur Bestätigung von Saphiers Nominierung geplant. Senats-Agrarkomitee-Vorsitzender John Boozman (Republikaner, Arkansas) deutete am Donnerstag an, dass der Gesetzestext in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll.

Quelle: Axios