Die kürzlich zugelassenen Alzheimer-Medikamente Leqembi und Kisunla werden von Medicare-Patienten deutlich seltener genutzt als von Bundesbehörden erwartet. Wie aus einem Bericht von STAT hervorgeht, plant Medicare für die Jahre 2026 und 2027 keine nennenswerten Ausgaben für diese Medikamente ein – ein deutlicher Kontrast zu früheren Prognosen, die jährliche Milliardeninvestitionen allein für Leqembi vorsahen.

Die geringe Nachfrage spiegelt die anhaltenden Herausforderungen wider, mit denen die Alzheimer-Therapien seit ihrer Zulassung konfrontiert sind. Die intravenös zu verabreichenden Medikamente sind nicht nur schwer zu verabreichen, sondern erfordern zudem umfangreiche bildgebende Untersuchungen. Zudem ist die Gruppe der infrage kommenden Patienten begrenzt, und der Nutzen der Medikamente bleibt trotz schwerwiegender Nebenwirkungen wie Hirnblutungen fraglich.

Engpässe bei Östrogenpflastern trotz gestiegener Nachfrage

Während Ärzte und Patientinnen über Lieferengpässe bei bestimmten Östrogenpflastern berichten, hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA diese noch nicht in ihre offizielle Liste der Medikamentenknappheiten aufgenommen. Erst Ende letzten Jahres strich die FDA die schwarze Warnbox von Hormonersatztherapien, was zu einem Anstieg der Nachfrage führte – insbesondere nach den beliebten Östrogenpflastern.

Laut der American Society of Health-System Pharmacists, einer Berufsorganisation für Apotheker, sind derzeit 14 verschiedene Marken und Dosierungen von Östrogenpflastern von Lieferengpässen betroffen. Die Organisation führt diese bereits seit Januar in ihrer aktuellen Liste der knapp verfügbaren Medikamente auf.

Experten führen die Diskrepanz zwischen der offiziellen Meldung der FDA und der realen Versorgungslage auf die verzögerte Erfassung von Engpässen zurück. Während einige Hersteller bereits Lieferengpässe melden, könnte es noch einige Zeit dauern, bis diese offiziell in die FDA-Listen aufgenommen werden.

Quelle: STAT News