Die japanische Bitcoin-Treasury Metaplanet hat in den letzten Monaten massiv in Werbung investiert, um ihren angeschlagenen Aktienkurs zu stabilisieren. Dazu gehören Sponsoring-Deals auf hochkarätigen Konferenzen, Auftritte einer preisgekrönten japanischen Tanztruppe und sogar eine Werbekampagne auf der imposanten Las Vegas Sphere.
Doch trotz dieser kostspieligen Maßnahmen bleibt der Erfolg aus: Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs von Metaplanet um etwa 25 % gefallen. Gleichzeitig hat der Bitcoin-Kurs im selben Zeitraum rund 11 % verloren. Noch kritischer ist die Bewertung der Firma: Sie wird aktuell mit nur 2 Milliarden US-Dollar gehandelt, obwohl ihre Bitcoin-Bestände einen Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar haben. Das entspricht einem Abschlag von 36 % auf den tatsächlichen Wert.
Metaplanet verfolgt das Ziel, bis 2027 etwa 1 % des weltweiten Bitcoin-Bestands zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, generiert das Unternehmen Einnahmen durch den Verkauf von Optionen auf seine Bitcoin-Bestände. Je mehr Bitcoin die Firma besitzt, desto mehr Optionen kann sie verkaufen und desto höher fallen die Einnahmen aus. Um zusätzliche Bitcoin zu kaufen, gibt Metaplanet neue Aktien aus oder nimmt Kredite gegen bestehende Bestände auf. Fällt der Aktienkurs jedoch, schrumpft die Kaufkraft – und damit die Wachstumschancen der Firma.
Der Bitcoin-Treasury-Sektor gerät unter Druck
Metaplanets Werbeoffensive fällt in eine Phase, in der viele Unternehmen, die in Bitcoin investiert haben, mit sinkenden Aktienkursen kämpfen. Seit dem Allzeithoch von Bitcoin bei rund 126.000 US-Dollar im März 2024 haben viele Firmen, die auf das Bitcoin-Modell setzten, hohe Verluste erlitten. Einige von ihnen versuchen nun, ihre Bestände zu reduzieren oder sogar ganz zu verkaufen.
Ein Beispiel ist die GD Culture Group, die im Februar den Verkauf von Bitcoin im Wert von 503 Millionen US-Dollar genehmigte, um eigene Aktien zurückzukaufen. Die Transaktion kostete das Unternehmen rund 300 Millionen US-Dollar. Anfang April musste die Bitcoin-Treasury Nakamoto sogar einen Reverse Stock Split durchführen, nachdem ihr Aktienkurs um 99 % eingebrochen war und die Notierung an der Nasdaq gefährdet war.
„Der Bitcoin-Treasury-Sektor steht vor einem unwinding, da Investoren kaum noch Interesse an den Aktien dieser Unternehmen zeigen“, erklärt Dom Kwok, ehemaliger Goldman-Sachs-Analyst und Mitgründer der Entwickler-App EasyA, gegenüber DL News.
Metaplanet setzt auf spektakuläre Werbeaktionen
Trotz der schwierigen Marktlage gibt sich Metaplanet nicht geschlagen. Bei der jährlichen Hauptversammlung am 25. März im Pia Arena MM nahe Tokio wurden die Aktionäre mit aufwendigen Goodie-Bags und einer Live-Performance mit dem Titel „Beni No Sho“ – einer Mischung aus Musik und Kalligrafie – verwöhnt. Parallel dazu veranstaltete das Unternehmen das Japan Bitcoin Future Forum, eine halbtägige Konferenz zur Förderung von Bitcoin in Japan.
Am 26. April folgte dann eine Werbekampagne auf der Las Vegas Sphere, einer gigantischen LED-Kugel mit einer Fläche von 580.000 Quadratfuß. Bisher nutzten bereits Konzerne wie Google, Pepsi und die Formel 1 diese Fläche für ihre Werbung. Die Kosten für eine einwöchige Kampagne auf der Sphere belaufen sich auf 650.000 US-Dollar, eine eintägige Buchung kostet 450.000 US-Dollar.
Mit diesen Maßnahmen versucht Metaplanet, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Doch ob die Strategie langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten – besonders in einem Markt, der weiterhin von hoher Volatilität geprägt ist.