Massive Proteste in privaten Haftzentren

In mehreren privaten Einwanderungshaftzentren in den USA eskalieren die Zustände: Häftlinge berichten von Hungerstreiks, medizinischer Vernachlässigung und systematischer Gewalt. Die Vorwürfe richten sich gegen die Trump-Administration und deren harte Abschiebepolitik.

Hungerstreik im North Lake Processing Center

Gefangene im North Lake Processing Center in Baldwin, Michigan, haben einen Hungerstreik begonnen, um gegen unwürdige Lebensbedingungen und fehlende Rechtsgarantien zu protestieren. In einer übersetzten Stellungnahme, verbreitet von der Immigrantenrechtsgruppe No Detention Centers in Michigan, heißt es:

«Wir fordern kompetente Ärzte, bessere medizinische Versorgung – das Essen hier ist absolut ungenießbar – und vor allem ein Ende der willkürlichen Verfahrensverzögerungen. Wir werden hier wie Gefangene behandelt, obwohl die meisten von uns Anspruch auf Freilassung hätten. Die Richter verweigern uns grundlegende Rechte wie Kaution und faire Behandlung. Wir müssen hier raus und wie Menschen behandelt werden.»

Weitere Vorfälle in Pennsylvania und Florida

Auch im Moshannon Valley Processing Center in Pennsylvania traten rund 100 Häftlinge in den Hungerstreik, nachdem ein Mitgefangener nach Erbrechen und Ohnmacht ignoriert wurde. Ein Insider berichtete:

«Er erbrach eine grünliche Substanz und fiel in Ohnmacht. Sein Körper war blass, er zitterte und schwitzte – doch die Wärter kümmerten sich nicht um ihn.»

«Wir fanden Würmer im Wasser, Insekten im Essen und heute entdeckte ich eine schwarze Substanz in meiner Milchpackung. Die Zustände hier sind unerträglich.»

Zwei unabhängige Berichte aus dem Jahr 2024, veröffentlicht von der ACLU Pennsylvania und der Temple University, bestätigen systematische Beschwerden über medizinische Unterversorgung, Unterernährung und Misshandlungen.

Gewaltvorwürfe in Floridas «Alligator Alcatraz»

In einem Zeltlager in Florida, oft als «Alligator Alcatraz» bezeichnet, sollen Wärter nach Angaben von Anwälten Telefonzugang unterbunden und Gefangene brutal niedergeschlagen haben. Die Anwältin Katie Blankenship von Sanctuary of the South reichte am 10. April eine eidesstattliche Erklärung ein, die Fotos eines verletzten Mandanten zeigt. Dieser hatte laut Blankenship einen schweren Bluterguss um ein Auge.

Der Vorfall ereignete sich am 2. April, als Wärter plötzlich den Telefonzugang sperrten – die einzige Kommunikationsmöglichkeit für die Gefangenen. Als diese protestierten, griffen die Wärter ein:

«Ein Beamter schlug Herrn Morffi ins rechte Auge und begann, ihn zu schlagen. Er wurde aus dem Käfig gezerrt, zu Boden geworfen und von mehreren Wärtern verprügelt. Dabei erlitt er Verletzungen an Schulter, Arm und Kopf. Ein Wärter kniete sich auf seinen Nacken, während er versucht wurde, ihn zu fixieren.»

Blankenship erklärte gegenüber dem Miami Herald, dass mehrere Personen bei dem Vorfall misshandelt wurden.

Systematische Missstände unter der aktuellen Regierung

Die Berichte deuten auf ein systematisches Versagen in den US-Einwanderungshaftzentren hin. Kritiker werfen der Regierung vor, durch restriktive Abschiebepolitik und mangelnde Kontrollen die Zustände zu verschärfen. Menschenrechtsorganisationen fordern unabhängige Untersuchungen und Reformen.

  • Medizinische Vernachlässigung: Fehlende ärztliche Versorgung, Unterernährung und unbehandelte Krankheiten
  • Gewalt und Willkür: Körperliche Übergriffe durch Wärter, willkürliche Inhaftierungen
  • Rechtsverstöße: Verzögerte Verfahren, verweigerte Kautionen, eingeschränkte Kommunikation

Forderungen nach Aufklärung und Reformen

Die Vorfälle haben bundesweit für Empörung gesorgt. Abgeordnete und Menschenrechtsgruppen fordern transparente Ermittlungen und Konsequenzen für Verantwortliche. Die Betroffenen selbst appellieren an die Öffentlichkeit:

«Wir sind keine Kriminellen. Wir warten auf faire Verfahren und menschenwürdige Behandlung. Die Welt muss davon erfahren.»

Quelle: Reason