Trotz Inflation: Amerikaner geben zu Muttertag mehr aus – aber strategisch

Amerikaner zeigen auch in diesem Jahr ihre Wertschätzung zu Muttertag – allerdings mit mehr Planung, Sparsamkeit und gezielten Ausgaben. Der Grund: Die sogenannte „Momflation“ treibt die Preise für Blumen, Brunch und Geschenke in die Höhe. Während viele Verbraucher über steigende Kosten klagen, sind sie dennoch bereit, für besondere Anlässe mehr auszugeben – allerdings mit mehr Bedacht.

Die Bereitschaft, auf günstigere Alternativen umzusteigen, wächst, aber ein kompletter Verzicht steht nicht zur Debatte. Dieses Jahr wird ein Rekordumsatz von 38 Milliarden US-Dollar erwartet, wie die National Retail Federation mitteilt. Das sind 2,3 Milliarden mehr als im Vorjahr, als bereits ein Rekord von 35,7 Milliarden Dollar erreicht wurde.

Blumen bleiben der beliebteste Muttertagsgruß

Mit 75 Prozent der Käufer, die Blumen verschenken, bleibt diese Kategorie unangefochten an der Spitze. Doch die Preise steigen: Laut einer Erhebung von Groundwork Collaborative sind Blumenpreise im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent gestiegen. Das bedeutet zusätzliche Ausgaben von rund 441 Millionen Dollar allein für Muttertagssträuße in diesem Jahr. Verantwortlich dafür sind unter anderem neue Zölle auf importierte Blumen und höhere Luftfrachtkosten.

Die US-Handelskammer schätzt, dass diese Zölle allein zu einer Steuer von 25 Millionen Dollar auf Muttertags-Bouquets führen könnten.

Sparen, aber nicht verzichten: Wie Amerikaner umdenken

Eine Umfrage von Numerator zeigt, dass 43 Prozent der Verbraucher gezielt nach Rabatten oder Gutscheinen suchen. 30 Prozent planen, weniger Geschenke zu kaufen, und 26 Prozent wechseln zu günstigeren Produkten. RetailMeNot bestätigt diesen Trend: Immer mehr Menschen bevorzugen günstigere Geschenke oder gemeinsame Zeit statt teurer Präsente.

Eine weitere Studie von LendingTree ergab, dass 55 Prozent der Befragten möglicherweise mehr ausgeben, als sie sich eigentlich leisten können – ein Zeichen dafür, wie wichtig ihnen der Muttertag ist.

Brunch statt Dinner: Günstigere Alternativen im Trend

Auch beim Essen wird gespart: Wells Fargo prognostiziert, dass Amerikaner in diesem Jahr etwa 4 Prozent mehr für Restaurantbesuche ausgeben werden. Der durchschnittliche Rechnungsbetrag soll bei rund 67 Dollar liegen. Michael Swanson, Chef-Landwirtschaftsökonom bei Wells Fargo, erklärt gegenüber Axios:

„Amerikaner lieben es, auswärts zu essen, und Muttertag ist einer der größten Anlässe dafür.“

Allerdings könnte Brunch in diesem Jahr eine günstigere Alternative sein, da die Eierpreise sinken. Schwere Rindfleischgerichte bleiben dagegen teuer, weil die Preise für Rindfleisch weiterhin hoch sind.

Gemeinsame Zeit statt teurer Geschenke

Laut RetailMeNot legen Verbraucher zunehmend Wert auf „Zeit und Entlastung“ statt auf teure Präsente. Die meisten Befragten nannten gemeinsame Zeit, einen Tag ohne Pflichten oder Hilfe im Haushalt als die wertvollsten Geschenke.

Die Botschaft ist klar: Amerikaner geben zu Muttertag weiterhin Geld aus – aber sie tun es klüger. Die steigenden Preise führen zu kleineren Blumensträußen, Brunch statt Abendessen und Geschenken mit emotionalem Wert statt teurer Statussymbole.

Quelle: Axios