Morgan Stanley setzt auf Bitcoin als eigenständige Asset-Klasse
Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat mit dem Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) ein neues Bitcoin-ETP (Exchange-Traded Product) lanciert. Amy Oldenburg, Leiterin für digitale Vermögenswerte bei der Bank, betonte in einer Diskussion, dass Bitcoin eine eigene Asset-Klasse mit einem Marktvolumen von rund 1,5 Billionen Dollar sei – und damit deutlich von anderen Kryptowährungen abzugrenzen.
Oldenburg kritisierte, dass viele Investoren Bitcoin immer noch mit negativen Assoziationen aus der Frühphase der Kryptowährung verbinden. Sie forderte mehr Aufklärung, um das Potenzial von Bitcoin als langfristige Investition zu vermitteln. »Wir müssen bei Bitcoin anfangen«, sagte sie und unterstrich die Notwendigkeit, zwischen Bitcoin und dem breiteren Krypto-Markt zu unterscheiden.
Bildung als größte Herausforderung
Laut Oldenburg leidet die Branche unter einem massiven Bildungsdefizit. Viele Anleger würden Bitcoin weiterhin mit illegalen Aktivitäten aus der Vergangenheit in Verbindung bringen und könnten daher keine fundierte Entscheidung treffen. »Wenn Kunden nach Rendite oder strukturierter Exposure fragen, müssen wir klarstellen: Es geht um Bitcoin als underlying Asset«, erklärte sie.
Das neue ETP verzeichnete in der ersten Handelswoche über 100 Millionen Dollar an Zuflüssen. Allerdings stammten diese ausschließlich aus selbstgesteuerten Konten, da das Produkt Beratern noch nicht zur Verfügung stand. Oldenburg räumte ein, dass die Akzeptanz bei Finanzberatern bisher langsam sei – trotz einer internen Empfehlung, bis zu 4 % des Portfolios in Krypto zu investieren.
Interne Schulungen und Produktvielfalt als Schlüssel
Um die Akzeptanz zu steigern, setzt Morgan Stanley auf interne Schulungen für Finanzberater. Das Team von Oldenburg verbringt laut eigenen Angaben »Stunde um Stunde« damit, Beratern Modelle und Allokationsstrategien zu erklären. Ziel sei es, verschiedene Kundengruppen abzudecken – von direkten ETP-Investoren bis hin zu Anlegern, die Spot-Krypto-Handel wünschen.
Bei der Auswahl der Verwahrstellen für das ETP entschied sich die Bank für eine Diversifizierung. Neben Coinbase und BNY Mellon arbeitet Morgan Stanley mit mehreren Verwahrern zusammen, um die Komplexität der Entscheidung zu reduzieren.
Zukunftspläne: Spot-Krypto-Handel für Wealth-Management-Kunden
Oldenburg kündigte an, dass Morgan Stanley in Zukunft auch Spot-Krypto-Handel für Kunden im Wealth-Management-Bereich anbieten wolle. Damit reagiert die Bank auf die wachsende Nachfrage nach direkten Krypto-Investments. Gleichzeitig betonte sie, dass die Entwicklung des MSBT noch in einer frühen Phase sei und weitere Anpassungen folgen würden.
»Wir sind erst am Anfang dieser Reise. Bitcoin hat das Potenzial, sich als eigenständige Asset-Klasse zu etablieren – aber nur, wenn wir die Aufklärung vorantreiben.«