Eine Klage gegen die Polizei von Phoenix wirft schwere Vorwürfe auf: Eine neuvermählte Frau wurde trotz eines Blutalkoholwerts von 0,000 und negativer Tests wegen Fahruntüchtigkeit (DUI) verhaftet. Die Vorwürfe deuten auf systematischen Druck hin, DUI-Verhaftungen zu erzielen – unabhängig von tatsächlicher Schuld.
Verhaftung trotz klarer Fakten
Brianna Longoria, eine junge Frau aus Arizona, wurde am 29. Dezember 2024 von Polizisten der Phoenix Police Department (PPD) angehalten. Der offizielle Grund: Sie soll eine rote Ampel überfahren haben. Doch Bodycam-Aufnahmen zeigen, dass die Ampel grün war. Der zuständige Offizier strich die Anzeige später selbst wieder.
Longoria bestand einen Atemalkoholtest mit 0,000 Promille. Feld-Sobriety-Tests ergaben keine Anzeichen von Beeinträchtigung. Ein späterer Bluttest bestätigte: Keine Drogen, kein Alkohol im Blut. Dennoch wurde sie wegen Fahruntüchtigkeit verhaftet. Die Klage behauptet, der verhaftende Offizier habe Anzeichen von Beeinträchtigung erfunden – von „glänzenden Augen“ bis zu angeblich gescheiterten Koordinationstests.
„Sie werden mich aus dem Team werfen“
Im Polizeirevier soll ein Offizier Longorias Testergebnisse als „völlig normal“ bezeichnet haben. Dennoch blieb die Verhaftung bestehen. Ein weiterer Offizier äußerte laut Klage den Druck, eine DUI-Verhaftung vorweisen zu müssen:
„Die werden mich aus dem Team werfen, wenn ich keine DUI bekomme.“
Auf ihre Aussage, sie könne eine Verhaftung nicht einfach „herbeizaubern“, erhielt sie die Antwort:
„Doch, das kannst du. Das kannst du.“
Systematischer Druck oder Einzelfall?
Die Klage geht über den Einzelfall hinaus. Sie wirft der PPD vor, eine Kultur zu fördern, in der DUI-Verhaftungen gezählt und unter Druck gesetzt werden – selbst wenn die Beweislage dagegen spricht. Die Polizei von Phoenix bestreitet jedoch die Existenz von Quoten und verweist auf eine interne Überprüfung des Falls.
Bodycam-Aufnahmen, die die Aussagen der Polizisten dokumentieren, wurden kürzlich veröffentlicht. Sie zeigen, wie Offizierin Annette Hannah in einem anderen Fall äußert:
„Sie werden mich aus dem Team werfen, wenn ich keine DUI bekomme … Ich kann das nicht einfach erfinden. Ich habe es versucht.“
Die Veröffentlichung der Aufnahmen hat die Debatte über fragwürdige Polizeipraktiken in DUI-Fällen erneut entfacht. Kritiker fordern transparente Untersuchungen, um sicherzustellen, dass Verhaftungen auf Fakten und nicht auf Druck basieren.
Hintergrund: DUI-Verfahren in den USA
- In mehreren US-Bundesstaaten gab es bereits Kritik an Verhaftungen wegen angeblicher Fahruntüchtigkeit, obwohl keine Alkohol- oder Drogenwerte nachgewiesen wurden.
- Die Vorwürfe reichen von falschen Anschuldigungen bis hin zu systematischem Druck auf Polizisten, Verhaftungszahlen zu erfüllen.
- Experten warnen vor einer „Verurteilung durch Quoten“ statt durch Beweise.