Washington – US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union ab nächster Woche auf 25% zu erhöhen. In einem sozialen Medienpost erklärte er, die EU halte sich nicht an ein bereits ausgehandeltes Handelsabkommen. Konkrete Details zu den Vorwürfen nannte er nicht.

Das Abkommen zwischen Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war im Juli 2023 unterzeichnet worden. Es sah eine Obergrenze von 15% Zoll auf die meisten Waren vor. Doch im Frühjahr 2024 erklärte der US Supreme Court, dass die von Trump genutzte Rechtsgrundlage für die Zölle verfassungswidrig sei. Damit verlor die US-Regierung ihre rechtliche Basis für die bisherigen Abgaben.

Um die entgangenen Einnahmen auszugleichen, setzt die Trump-Administration nun auf alternative Rechtsgrundlagen. Seitdem werden 10% Zoll auf EU-Waren erhoben, während gleichzeitig Untersuchungen zu Handelsungleichgewichten und nationalen Sicherheitsbedenken laufen. Die neuen 25%-Zölle könnten nun den bereits fragilen Handelsrahmen weiter destabilisieren.

Wirtschaftliche und politische Spannungen nehmen zu

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Weltwirtschaft bereits durch den Konflikt im Iran und steigende Energiepreise belastet ist. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Strait of Hormuz Ende Februar stiegen die Öl- und Gaspreise stark an. Gleichzeitig kämpft Trump mit sinkender Popularität: Nur 30% der US-Bürger bewerten seine Wirtschaftspolitik positiv, wie eine aktuelle Umfrage des AP-NORC Center zeigt.

Trump hatte 2024 mit dem Versprechen gewählt, die hohe Inflation nach der Corona-Pandemie schnell zu senken. Doch die aktuellen Energiepreise trieben die Jahresinflation im März auf 3,3% – höher als zu Beginn seiner Amtszeit. Die anstehenden Midterm-Wahlen im November erhöhen den Druck auf die Regierung.

EU warnt vor Eskalation des Handelskonflikts

Sowohl die USA als auch die EU hatten sich bisher zur Einhaltung des „Turnberry-Abkommens“ bekannt – benannt nach Trumps Golfresort in Schottland. Das Abkommen sollte europäischen Autoherstellern monatlich rund 500 bis 600 Millionen Euro an Zollkosten ersparen. Der gesamte Waren- und Dienstleistungshandel zwischen EU und USA belief sich 2024 auf rund 1,7 Billionen Euro (2 Billionen US-Dollar), wie Daten von Eurostat zeigen.

Die EU-Kommission wies die Vorwürfe Trumps zurück und betonte, das Abkommen sei weiterhin gültig. Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und Wirtschaftssicherheit, erklärte kürzlich, die Beziehungen zu den USA hätten sich in den letzten Monaten verbessert. Dennoch könnte die einseitige Erhöhung der Zölle das Abkommen gefährden.

„Ein Abkommen ist ein Abkommen.“ – Europäische Kommission, Februar 2025

Die EU hatte zuvor betont, dass das Handelsabkommen entscheidend für die Stabilität der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sei. Sollte Trump die neuen Zölle tatsächlich umsetzen, könnte dies zu weiteren Vergeltungsmaßnahmen führen und die ohnehin angespannte globale Wirtschaftslage weiter verschärfen.