Ein Mann aus Nevada geht rechtlich gegen die Stadt Reno vor, nachdem ein KI-gestütztes Gesichtserkennungssystem ihn fälschlicherweise als gesperrten Besucher identifizierte und er 12 Stunden unrechtmäßig inhaftiert wurde. Jason Killinger reicht nun eine Klage gegen die Stadt ein, nachdem ein Bundesrichter dies genehmigte.
Falsche Identifizierung durch KI führte zu unrechtmäßiger Festnahme
Killinger wurde im Casino von einem KI-System als „100-prozentige Übereinstimmung“ mit einem zuvor gesperrten Besucher markiert. Obwohl er über gültige Ausweisdokumente verfügte, nahm der Polizist Richard Jager ihn fest und beschuldigte ihn, ein gefälschtes Ausweisdokument vorgelegt zu haben. Die Klage wirft Jager vor, alternative Identitätsnachweise ignoriert zu haben.
Stadt Reno wird für mangelnde KI-Schulung verantwortlich gemacht
Die neue Klage richtet sich nun auch gegen die Stadt Reno. Killinger und seine Anwälte argumentieren, dass die Stadt ihre Polizeibeamten nicht ausreichend im rechtmäßigen Einsatz von KI-gestützter Gesichtserkennung geschult habe. Dies habe zu „tausenden unrechtmäßigen Festnahmen“ geführt, wie die Reno Gazette Journal berichtet.
„Jagers Verhalten war kein Einzelfall, sondern das Ergebnis einer weit verbreiteten Praxis, bei der hunderte städtische Mitarbeiter über Jahre hinweg tausende Festnahmen in gleicher Weise vornahmen.“
Vorbildfall für unrechtmäßige Festnahmen durch KI?
Sollte Killinger gewinnen, könnte dies ein Präzedenzfall für unrechtmäßige Festnahmen in einer Zeit werden, in der Algorithmen zunehmend polizeiliche Entscheidungen beeinflussen. Bereits 2023 wurde eine unschuldige Großmutter sechs Monate lang inhaftiert, nachdem eine KI sie fälschlich als Täterin eines Bankautomatenbetrugs identifizierte – obwohl sie zum Tatzeitpunkt 1.200 Meilen entfernt war.
Killinger fordert keine konkrete Schadensersatzsumme, doch die Stadt könnte für Strafschäden, Anwaltskosten und Entschädigungen für erlittene Verletzungen während der Inhaftierung aufkommen müssen.