New Yorker Generalstaatsanwältin klagt gegen Krypto-Plattformen
Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hat am Dienstag Klagen gegen die Kryptobörsen Coinbase und Gemini eingereicht. Der Vorwurf: Beide Unternehmen sollen in New York illegale Glücksspielplattformen betreiben, indem sie Vorhersagemärkte anbieten.
Was sind Vorhersagemärkte?
Bei diesen Plattformen können Nutzer auf den Ausgang von Ereignissen wetten – etwa Sportereignisse, Unterhaltungsawards oder Wahlen. Die Generalstaatsanwältin argumentiert, dass diese Märkte unter New Yorker Recht als Glücksspiel gelten, da Nutzer Geld auf ungewisse, von ihnen nicht kontrollierbare Ergebnisse setzen.
Verstöße gegen New Yorker Glücksspielrecht
Die Klagen werfen Coinbase und Gemini vor, ohne die erforderliche Lizenz der New York State Gaming Commission zu operieren. Diese Lizenz ist für alle Glücksspielangebote in New York vorgeschrieben, einschließlich mobiler Sportwetten. Zudem kritisiert die Staatsanwaltschaft, dass die Plattformen auch Nutzern zwischen 18 und 20 Jahren offenstehen – obwohl das Mindestalter für Sportwetten in New York bei 21 Jahren liegt. Dies berge das Risiko finanzieller Schäden für junge Erwachsene.
Forderungen der Staatsanwaltschaft
Die eingereichten Klagen verlangen:
- Die Herausgabe aller Gewinne aus den Vorhersagemärkten
- Bußgelder in Höhe des dreifachen Gewinns
- Entschädigungen für betroffene Nutzer
- Einschränkungen für Nutzer unter 21 Jahren
- Begrenzungen bei Werbung, die auf College-Campusse abzielt
Gesundheitliche Risiken durch Glücksspiel
Die Staatsanwaltschaft verweist auf Studien, die frühe Glücksspiel-Erfahrungen mit einem erhöhten Risiko für Angststörungen, Depressionen und finanzielle Not in Verbindung bringen. Zudem zitiert sie die American Psychological Association, wonach ein signifikanter Anteil von Menschen mit Glücksspielsucht über Suizidgedanken berichten.
Weitere rechtliche Konflikte
Die Klagen werfen auch vor, dass die Plattformen Wetten auf Spiele von New Yorker Colleges anbieten – ein Verstoß gegen staatliches Recht. Coinbase und Gemini hatten ihre Vorhersagemärkte im Dezember gestartet und sind laut Gerichtsunterlagen in allen 50 US-Bundesstaaten aktiv. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sich als Finanzprodukte zu präsentieren, während sie de facto Glücksspielsysteme betreiben.
Hintergrund: Regulatorische Grauzonen
Die rechtlichen Schritte sind Teil einer breiteren Durchsetzungswelle gegen Online-Glücksspiel und Krypto-Plattformen in New York. Die Staatsanwaltschaft hat bereits gegen Videospielunternehmen und Anbieter von Glücksspiel-Sweepstakes vorgegangen. Zudem bestehen anhaltende regulatorische Konflikte zwischen Bundesstaaten und Bundesbehörden über die Zuständigkeit für Vorhersagemärkte. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) beansprucht bundesweite Jurisdiktion über bestimmte Event-basierte Verträge, während Bundesstaaten wie New York ihre Glücksspielgesetze durchsetzen wollen.
„Vorhersagemärkte sind nichts anderes als Glücksspiel – und Glücksspiel ist in New York illegal, wenn es ohne Lizenz betrieben wird.“
— Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York