Tokio – Der japanische Technologiekonzern NTT Data, einer der weltweit führenden Betreiber von Rechenzentren, hat eine exklusive Vereinbarung mit dem Schweizer Startup Climeworks getroffen. Das Unternehmen kauft CO₂-Entfernungskredite, um seine Klimaziele zu erreichen. Wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten, handelt es sich um die erste Partnerschaft dieser Art zwischen Climeworks und einem großen Akteur der KI-Infrastruktur.
Warum diese Partnerschaft wichtig ist
Der Energiebedarf von KI-Anwendungen steigt rasant und zieht damit die Aufmerksamkeit auf die Emissionen von Rechenzentren. Die Vereinbarung könnte den Weg für weitere Unternehmen ebnen, die nach Lösungen für ihre Klimabilanz suchen. Climeworks-Mitgründer und Co-CEO Christoph Gebald betonte, dass die Partnerschaft über ein Jahrzehnt hinweg mehrere hunderttausend Tonnen CO₂-Entfernung umfassen könnte.
Doch selbst diese Menge ist im Vergleich zu den Emissionen der KI-Branche gering. Experten warnen, dass deutlich größere Anstrengungen nötig sind, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.
Ein Trend setzt sich durch
Die Zusammenarbeit könnte ein Zeichen für eine neue Entwicklung in der KI-Branche sein. Giana Amador, Geschäftsführerin der Carbon Removal Alliance, erklärte kürzlich:
„Wir beobachten ein wachsendes Interesse an CO₂-Entfernung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ausbau von Rechenzentren. Diese Technologie ist attraktiv, weil sie nicht direkt an ein Rechenzentrum gebunden sein muss. Unternehmen können sie als Ausgleichsmaßnahme erwerben.“
Hintergrund: Klimaschutz im Schatten der KI-Euphorie
Während die KI-Branche mit rasantem Wachstum und neuen Rekordinvestitionen für Aufsehen sorgt, geraten Klimaschutzmaßnahmen zunehmend in den Hintergrund. Gleichzeitig stellt die aktuelle geopolitische Lage zusätzliche Herausforderungen dar. Dennoch gibt es Fortschritte: Einige Unternehmen passen ihre Strategien an die neuen Realitäten an, auch unter der Führung von Präsident Trump.
NTT Data: Ein Gigant der digitalen Infrastruktur
Mit rund 200.000 Mitarbeitern weltweit zählt NTT Data zu den größten Anbietern digitaler Infrastruktur und Dienstleistungen, die die KI-Wirtschaft tragen. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, die direkten Emissionen seiner Rechenzentren bis 2030 auf null zu reduzieren. Die Vereinbarung mit Climeworks soll zusätzliche Emissionen bis 2040 ausgleichen.
David Costa, Chief Sustainability Officer bei NTT Data, betonte:
„Kunden verlangen messbare, umsetzbare und datengestützte Nachhaltigkeitsstrategien.“
Wie funktioniert CO₂-Entfernung?
Die Technologie von Climeworks nutzt große Ventilatoren und Filter, um CO₂ direkt aus der Luft zu filtern. Ab 2024 bietet das Unternehmen zusätzlich günstigere, aber weniger dauerhafte Alternativen an, die auf natürlichen Prozessen basieren. Die aktuelle Vereinbarung umfasst sowohl technische als auch naturbasierte Lösungen.
Trotz der Fortschritte bleibt die Branche vor Herausforderungen gestellt: Microsoft hat seine Käufe von CO₂-Entfernungskrediten vorübergehend ausgesetzt. Laut Insidern haben bisher keine anderen großen Unternehmen diese Lücke gefüllt.
Fazit
Die Partnerschaft zwischen NTT Data und Climeworks zeigt, dass die KI-Branche beginnt, ihre Verantwortung für den Klimaschutz ernst zu nehmen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob solche Initiativen ausreichen, um die wachsenden Emissionen der digitalen Wirtschaft auszugleichen.