Sechs Monate für Minenräumung im Persischen Golf
Die Rückkehr zur Normalität im Persischen Golf wird länger dauern als erwartet. Ein aktueller Pentagon-Bericht, der US-Abgeordneten vorgelegt wurde, zeigt: Die von der iranischen Armee gelegten Seeminen könnten die lebenswichtige Handelsroute erst in sechs Monaten vollständig geräumt sein.
Keine Räumung ohne Friedensabkommen
Eine Minenräumung ohne formelle Beendigung des Iran-Kriegs und ein gültiges Friedensabkommen gilt als unwahrscheinlich. Experten gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Krise dadurch bis ins nächste Jahr oder darüber hinaus verschärfen könnte.
Politische Folgen für Trump und die Republikaner
Die unpopuläre Kriegsführung belastet die Wiederwahlchancen der Republikaner im November. Laut einer Politico-Umfrage zweifeln 41 % der US-Bürger daran, dass Donald Trump einen Plan zur Beendigung des Konflikts hat. Die MAGA-Bewegung ist tief gespalten: Prominente Rechtspopulisten wie Tucker Carlson und Alex Jones distanzieren sich öffentlich von Trumps Außenpolitik und werfen ihm vor, Wahlversprechen gebrochen zu haben.
„Trump hat seine früheren Unterstützer verraten und seine eigene Agenda verraten.“
– Tucker Carlson
Trump reagierte mit scharfer Kritik und veröffentlichte auf Social Media Inhalte, die seine Kritiker zum „Verschwinden“ aufforderten. Parallel dazu stieg die Forderung nach einem Impeachment-Verfahren: Eine Umfrage des Instituts „Strength in Numbers“ ergab, dass die Mehrheit der Wähler – darunter auch 20 % seiner eigenen Anhänger – für ein Amtsenthebungsverfahren sind.
Energiekrise verschärft sich
Der Iran-Krieg hat die globale Energiekrise weiter angeheizt. Der Preis für Brent-Rohöl erreichte im Mai ein Rekordhoch von 108 US-Dollar pro Barrel – vor Kriegsbeginn im Februar lag der Preis noch bei etwa 65 Dollar. Aktuell notiert der Preis bei rund 101 Dollar. Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend: Handel stockt, Lieferketten brechen zusammen und Volkswirtschaften geraten unter Druck.
Kein klares Kriegsziel erkennbar
Unklar bleibt, welchen strategischen Nutzen der Krieg bringt. Trump hatte ursprünglich die Zerstörung der iranischen Nuklearfähigkeiten als Hauptziel genannt. Doch die jüngsten Militäroperationen stehen im Widerspruch zu früheren Erfolgsmeldungen seiner Regierung.
Bereits im Juni hatte Trump ohne Kongresszustimmung Luftangriffe auf drei iranische Nuklearstandorte (Fordo, Natanz, Isfahan) befohlen. Damals behauptete die Regierung, das Programm Irans sei damit um „Jahre zurückgeworfen“ worden. Experten und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter widersprechen dieser Darstellung jedoch.
„Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für die USA dar. Dieser Krieg wurde unter dem Druck Israels und dessen mächtiger Lobby in den USA begonnen.“
– Joe Kent, ehemaliger Direktor des National Counterterrorism Center
Kent trat im Mai aus Protest gegen die Kriegsführung zurück. Seit Beginn des Konflikts vor sieben Wochen haben die USA und Israel nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Tausende iranische Zivilisten getötet.
Fazit: Wirtschaftliche und politische Folgen unabsehbar
Die Minen im Persischen Golf und die anhaltenden Kämpfe im Iran verschärfen die globale Energiekrise und belasten die US-Wirtschaft. Die politische Instabilität in den USA wächst – mit ungewissem Ausgang für die anstehende Präsidentschaftswahl.