Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche hat seine Beteiligungen an Bugatti Rimac und Rimac Group an ein internationales Investorenkonsortium verkauft. Damit endet eine der spannendsten Kooperationen der Automobilbranche, die sowohl technologische Innovationen als auch finanzielle Herausforderungen mit sich brachte.
Investorengruppe übernimmt Anteile
Die Transaktion umfasst den Verkauf von Porsches 45-prozentiger Beteiligung an Bugatti Rimac sowie der 20,6-prozentigen Beteiligung an Rimac Group. Die Mehrheit der Anteile geht an die New Yorker Investmentfirma HOF Capital, die von BlueFive Capital als größtem Einzelinvestor unterstützt wird. Weitere institutionelle Investoren aus den USA und Europa beteiligen sich an dem Konsortium.
Die genauen finanziellen Konditionen der Vereinbarung wurden nicht bekanntgegeben. Laut Porsche sollen die Details erst in den kommenden Jahresabschlüssen veröffentlicht werden.
Zukunft von Bugatti und Rimac gesichert
Nach Abschluss der Transaktion, voraussichtlich bis Ende 2026, übernimmt die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac. Die Partnerschaft mit den neuen Investoren soll das Wachstum des Unternehmens beschleunigen. HOF Capital wird dabei zum größten Aktionär neben Rimac-Gründer Mate Rimac aufsteigen – ein Erfolg für den erst 39-jährigen Unternehmer, der mit der Elektrifizierung alter BMWs begann.
Porsche konzentriert sich auf Kerngeschäft
Der Verkauf der Anteile ist für Porsche eine strategische Entscheidung, um sich auf die eigenen Geschäftsbereiche zu fokussieren. Der massive Gewinnrückgang um 93 Prozent im Jahr 2025 unterstreicht die Notwendigkeit dieser Maßnahme. Die Ursachen liegen unter anderem in der Kurskorrektur der Elektrostrategie zugunsten von Verbrennern und Hybridmodellen. Diese Entscheidung belastete auch den Mutterkonzern Volkswagen Group, der ebenfalls unter den Folgen litt.
Rolle von Porsche in der Partnerschaft
Trotz des Rückzugs bleibt Porsches Einfluss auf die Entwicklung von Rimac und Bugatti spürbar. Das Unternehmen hatte früh in Rimac investiert und damit dessen Ruf als ernstzunehmender Ingenieursbetrieb gestärkt. Die gemeinsame Gründung von Bugatti Rimac im Jahr 2021 ermöglichte Bugatti den Übergang in die Post-Chiron-Ära. Gleichzeitig profitierte Porsche von der Zusammenarbeit, insbesondere bei der Entwicklung eigener Elektrofahrzeuge.
Keine Veränderungen für Bugatti-Kunden
Für die Kunden von Bugatti ändert sich vorerst nichts. Das Unternehmen agiert weiterhin weitgehend unabhängig, und die Produktion des Bugatti Tourbillon – des Nachfolgers des Chiron mit einem Saugmotor V16 und Hybridantrieb – ist bereits gesichert.
Fazit: Ende einer Ära, Start einer neuen
Mit dem Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und Rimac Group beendet Porsche eine Phase der intensiven Zusammenarbeit. Die finanziellen Herausforderungen zwingen den Sportwagenhersteller, sich auf seine eigenen Prioritäten zu konzentrieren. Gleichzeitig sichert die Transaktion die Zukunft beider Marken unter neuer Führung und mit frischem Kapital.