An russischen Universitäten wird aktuell mit lukrativen Angeboten für eine ungewöhnliche Zielgruppe geworben: Studierende sollen als Drohnenpiloten in der russischen Armee dienen. Im Gegenzug winken kostenloses Studium, Steuererleichterungen oder sogar bis zu 70.000 Dollar Prämie für ein Jahr Dienstzeit. Doch die Realität an der Front in der Ukraine zeigt ein anderes Bild.
Einer der ersten bestätigten Todesfälle unter den neu rekrutierten Drohnenpiloten ereignete sich bereits an der Front. Laut Bloomberg wurden die Werbeaktionen unter anderem an der Bauman Moscow State Technical University verteilt. Andere Hochschulen bieten zusätzliche Anreize wie Darlehensnachlässe oder kostenlose Grundstücke an.
Systematische Rekrutierung an 270 Hochschulen
Das unabhängige Magazin Groza dokumentierte, dass mindestens 270 russische Bildungseinrichtungen seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 militärische Verträge mit Studierenden bewerben. Die Kampagne richtet sich gezielt an rund zwei Millionen männliche Studierende in Russland – darunter auch Gamer und Technikbegeisterte, deren Fähigkeiten als Drohnenpiloten genutzt werden sollen.
Gesuchte Fähigkeiten: Flugerfahrung und Technikwissen
Das russische Verteidigungsministerium sucht gezielt nach Rekruten mit Erfahrung im Umgang mit Drohnen, Modellflugzeugen, Elektronik und Funktechnik. Auch Computerkenntnisse werden als wünschenswert eingestuft, wie NBC News berichtet. Die Kampagne zielt darauf ab, technisch versierte Nachwuchskräfte für den Kriegseinsatz zu gewinnen.
Die Rekrutierung wirft jedoch ethische Fragen auf: Trotz der Versprechen, die Piloten würden nicht an vorderster Front eingesetzt, gibt es bereits bestätigte Todesfälle. Kritiker sehen darin eine gezielte Ausnutzung junger Menschen für den anhaltenden Krieg.