Das französische Halbleiterunternehmen Sequans Communications hat im ersten Quartal 2026 insgesamt 1.025 Bitcoin verkauft. Damit reduzierte es seine digitalen Reserven von 2.139 BTC (Ende 2025) auf 1.114 BTC (Stand 30. April 2026). Es handelt sich bereits um den zweiten großen Verkauf innerhalb von sechs Monaten – noch im Herbst 2025 hatte das Unternehmen angekündigt, langfristig 3.000 Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel zu halten.
Die finanzielle Lage des Unternehmens verschlechtert sich weiter: Im ersten Quartal 2026 erzielte Sequans einen Umsatz von nur 6,1 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von 24,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (8,1 Millionen US-Dollar). Der Rückgang ist vor allem auf den Wegfall hoher Lizenz- und Serviceeinnahmen von Qualcomm zurückzuführen. Zwar stiegen die Produktverkäufe um 45 %, doch die Bruttomarge sank von 64,5 % auf 37,7 %, da margenstärkere Lizenzeinnahmen durch Hardware mit geringeren Margen ersetzt wurden.
Die Bitcoin-Strategie, einst als strategische Reserve gepriesen, hat sich für Sequans zum finanziellen Risiko entwickelt. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Betriebsverlust von 50,5 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 29,3 Millionen US-Dollar auf nicht realisierte Wertminderungen der Bitcoin-Bestände und weitere 11,7 Millionen US-Dollar auf realisierte Verluste durch die Verkäufe. Die Erlöse aus den Bitcoin-Verkäufen wurden genutzt, um Wandelanleihen zurückzuzahlen und ein Aktienrückkaufprogramm zu finanzieren – Maßnahmen zur Schuldenreduzierung, die die Kehrtwende von der Akkumulation zur Liquidation verdeutlichen.
Von den verbleibenden 1.114 Bitcoin sind 817 BTC (73 % des aktuellen Bestands im Wert von 62,3 Millionen US-Dollar) als Sicherheit für 35,9 Millionen US-Dollar an ausstehenden Wandelanleihen verpfändet. Die Überbesicherung spiegelt die Vorsicht der Kreditgeber vor der Volatilität von Kryptowerten wider. Die verbleibende Schuld soll bis zum 1. Juni 2026 getilgt werden, danach wären alle Bitcoin frei verfügbar. Ob Sequans die Bestände behält oder weiter veräußert, um operative Kosten zu decken, bleibt offen.
Der Nettoverlust belief sich auf 54,3 Millionen US-Dollar (3,73 US-Dollar pro ADS) – im Vorjahreszeitraum waren es noch 7,3 Millionen US-Dollar (0,29 US-Dollar pro ADS). Selbst auf nicht-IFRS-Basis, die Wertminderungen und andere Anpassungen ausschließt, betrug der Verlust 20,7 Millionen US-Dollar (1,42 US-Dollar pro ADS).
CEO Georges Karam betonte, die Bitcoin-Verkäufe seien „entscheidende Schritte zur Vereinfachung und Stärkung der Bilanz“. Gleichzeitig verwies er auf Fortschritte im Kerngeschäft der IoT-Halbleiter: wachsende Auftragsbestände, ausgereifte Designwins und steigendes Kundeninteresse an Cat-M-, Cat-1bis- und 5G-eRedCap-Lösungen sowie neuen HF-Transceivern für Drohnen und Verteidigungsanwendungen.
Die Aktie des Unternehmens hat in den letzten Monaten deutlich an Wert verloren.