Der anhaltende KI-Boom führt nicht nur zu einem massiven Ausbau von Rechenzentren, sondern auch zu einer enormen Nachfrage nach Speicherchips. Während die Grafikprozessoren (GPUs) lange als kritische Komponente galten, rücken nun die Speicherchiphersteller in den Fokus – und mit ihnen ihre Aktienkurse. Besonders Micron Technology und Sandisk verzeichnen dieser Tage starke Kursgewinne.

Speicherchiphersteller im Aufwind

Gestern stiegen die Aktien von zwei der größten Speicherchiphersteller, Micron Technology und Sandisk, um mehr als 11 % innerhalb eines einzigen Handelstags. Noch beeindruckender sind die Fünf-Tage-Zuwächse: Sandisk verzeichnete ein Plus von 40 %, Micron von fast 27 %. Auch Western Digital (+19 %) und Seagate (+33 %) profitieren von der aktuellen Entwicklung.

Wer profitiert besonders?

Die vier größten Speicherchiphersteller an der Nasdaq sind:

  • Micron Technology (Nasdaq: MU) – Fokus auf Kurzzeitspeicher (RAM)
  • Sandisk Corporation (Nasdaq: SNDK) – ebenfalls Kurzzeitspeicher (RAM)
  • Western Digital Corporation (Nasdaq: WDC) – Langzeitspeicher (SSDs)
  • Seagate Technology Holdings (Nasdaq: STX) – Langzeitspeicher (SSDs)

Während Western Digital und Seagate vor allem Festplatten und SSDs herstellen, sind Micron und Sandisk auf den hochprofitablen RAM-Markt spezialisiert – und genau diese beiden Unternehmen verzeichnen die höchsten Kursgewinne.

Warum steigen die Aktien so stark?

Der KI-Boom hat die Nachfrage nach Speicherchips in den letzten Monaten dramatisch erhöht. Zwar waren GPUs lange die wichtigsten Komponenten für KI-Rechenzentren, doch mittlerweile ist der Engpass bei den Speicherchips zum größten Hindernis geworden. Ohne ausreichend RAM und SSDs können KI-Systeme ihre Aufgaben nicht effizient ausführen. Die Folge: Eine massive Verknappung von Speicherchips, die die Preise in die Höhe treibt und die Aktienkurse der Hersteller steigen lässt.

In den letzten Tagen gab es zudem zwei entscheidende Ankündigungen, die die Aktien von Micron und Sandisk zusätzlich befeuert haben:

Sandisk übertrifft alle Erwartungen

Am 30. April veröffentlichte Sandisk die Quartalszahlen für Q3 2026. Das Ergebnis war überwältigend: Der Umsatz stieg um 97 % auf 5,95 Milliarden US-Dollar. Für das vierte Quartal wird ein Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden US-Dollar erwartet. Noch beeindruckender: Der Gewinn explodierte um 286 %. Diese Zahlen zeigen, wie stark die Nachfrage nach Speicherchips aktuell ist.

Ausblick: Wohin geht die Reise?

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Speicherchips in den kommenden Monaten weiter steigen wird. Besonders die Hersteller von Kurzzeitspeicher (RAM) profitieren von der aktuellen Entwicklung, da KI-Systeme immer größere Datenmengen verarbeiten müssen. Micron und Sandisk könnten daher auch in den kommenden Wochen weiter zulegen.

Fazit: Der KI-Boom hat nicht nur Nvidia reich gemacht, sondern auch die Speicherchiphersteller in eine neue Ära katapultiert. Wer in diesem Markt investiert, könnte langfristig von den steigenden Kursen profitieren.