Trump will Plutonium-Kernproduktion für Atomwaffen massiv ausbauen

Die US-Regierung unter Ex-Präsident Donald Trump plant im Haushaltsentwurf 2027 eine massive Aufstockung der Mittel für die Produktion von Plutoniumkernen – den zentralen Zündern in Atomwaffen. Gleichzeitig sollen fast 400 Millionen Dollar aus dem Budget für die nukleare Umweltbereinigung gestrichen werden. Diese Pläne folgen einem internen Memo der National Nuclear Security Administration (NNSA), das die Entwicklung neuer Nuklearwaffen und eine Verdopplung der Plutoniumkern-Produktion von derzeit 30 auf 60 Stück pro Jahr fordert.

Plutoniumkerne: Schlüsselelemente für Atomwaffen

Ein Plutoniumkern, etwa so groß wie ein Bowlingball, ist ein essenzieller Bestandteil moderner Atomwaffen. Durch die Implosion des Plutoniums wird die nukleare Kettenreaktion ausgelöst, die die verheerende Explosion bewirkt. Bis 1992 produzierte die USA noch rund 1.000 Plutoniumkerne jährlich. Heute liegt die Produktion bei weniger als 30 Stück. Trump will diese Kapazitäten nun drastisch erhöhen.

Massive Budgeterhöhungen für Nuklearprogramme

Der Haushaltsentwurf 2027 sieht für das Energieministerium (DOE) insgesamt 53,9 Milliarden Dollar vor. Davon entfallen 2,25 Milliarden Dollar (+87 %) auf die Plutoniumkern-Produktion am Savannah River Site (bisher 1,2 Mrd. Dollar) und 2,4 Milliarden Dollar (+83 %) auf das Los Alamos National Laboratory (LANL) (bisher 1,3 Mrd. Dollar).

Kritik: Tausende ungenutzte Plutoniumkerne bereits vorhanden

Kritiker weisen darauf hin, dass in einem texanischen Lager bereits rund 15.000 ungenutzte Plutoniumkerne lagern.

„Wir haben Tausende von Kernen, die wiederverwendet werden könnten. Die NNSA hat öffentlich bestätigt, dass einige dieser Kerne für bestimmte Sprengköpfe wiederverwendet werden sollen.“
Dylan Spaulding, Wissenschaftler bei der Union of Concerned Scientists, gegenüber 404 Media.

Während einige Regierungsvertreter Bedenken hinsichtlich der Funktionsfähigkeit alter Kerne äußern, zeigen unabhängige Studien aus den Jahren 2006 und 2019, dass Plutoniumkerne eine Lebensdauer von 85 bis 100 Jahren haben sollten. Dennoch löste die Formulierung „so schnell wie möglich“ in der NNSA-Studie von 2019 Besorgnis aus.

„Die Studien zeigen keine alarmierenden Verschleißerscheinungen, dennoch drängt die NNSA auf eine beschleunigte Wiederaufnahme der Produktion. Das deutet darauf hin, dass es möglicherweise doch Gründe zur Sorge gibt.“

Spaulding widerspricht dieser Interpretation:

„Mir ist nicht klar, dass es physikalische Belege für eine kürzere Lebensdauer gibt. Wir haben noch Jahrzehnte Zeit, um die Produktionsprobleme zu lösen. Die aktuelle Argumentation, dass Alterung ein Grund für die Wiederaufnahme der Produktion ist, scheint mir ein Ablenkungsmanöver zu sein.“

Neue Atomwaffen als wahrscheinlicher Grund für die Aufstockung

Laut Spaulding geht es bei der Budgeterhöhung nicht primär um den Ersatz alter Kerne, sondern um die Produktion neuer Kerne für neuartige Atomwaffen.

„Der neue Haushaltsentwurf entspricht einem verstärkten Fokus der Regierung auf die Beschleunigung aller Programme im nuklearen Komplex.“

Umstrittene Prioritäten: Umweltprogramme werden gekürzt

Während die Mittel für die Plutoniumkern-Produktion stark steigen, sollen gleichzeitig fast 400 Millionen Dollar aus dem Budget für die nukleare Umweltbereinigung gestrichen werden. Kritiker sehen darin eine gefährliche Priorisierung militärischer Aufrüstung zulasten von Sicherheits- und Umweltstandards.

Quelle: 404 Media