Die Trump-Administration verschärft ihre ablehnende Haltung gegenüber schadensmindernden Maßnahmen für Menschen, die illegale Drogen konsumieren. In einem offenen Brief vom 24. April warnte eine Bundesbehörde, die für Sucht- und psychische Gesundheitspolitik zuständig ist, ihre Empfänger von Fördergeldern davor, Bundesmittel für den Kauf von Hilfsmitteln wie sterile Spritzen oder Röhren zu verwenden. Zudem dürften die Gelder nicht für die Verteilung von Teststreifen eingesetzt werden, die Streckmittel wie Fentanyl, Xylazin oder Medetomidin nachweisen.

Die Anweisung richtet sich an alle Organisationen, die finanzielle Unterstützung vom Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) erhalten. Die Behörde betont, dass solche Maßnahmen nicht mit den Richtlinien der US-Regierung vereinbar seien und die öffentliche Gesundheit gefährden könnten.

Experten kritisieren die Entscheidung scharf. Harm Reduction-Aktivisten argumentieren, dass Teststreifen Leben retten, indem sie Konsumenten vor versehentlichen Überdosierungen warnen. Sterile Spritzen und Röhren reduzieren zudem das Risiko von Infektionen wie HIV oder Hepatitis C. Die Bundesbehörde hingegen sieht in solchen Maßnahmen eine Förderung des Drogenkonsums und lehnt sie aus moralischen und gesundheitspolitischen Gründen ab.

Die Warnung der SAMHSA folgt auf eine Reihe von Maßnahmen der Trump-Administration, die schadensmindernde Ansätze wie Supervised Injection Sites oder die Verteilung von Naloxon, einem Medikament gegen Opioid-Überdosen, einschränken oder verbieten. Kritiker sehen darin einen Rückschritt in der Drogenpolitik, der die Krise der Opioid-Epidemie verschärfen könnte.

Die Entscheidung der Behörde hat bereits erste Reaktionen ausgelöst. Mehrere Bundesstaaten und Städte, die solche Hilfsprogramme bisher gefördert haben, kündigten an, die Mittel weiterhin für schadensmindernde Maßnahmen einzusetzen – trotz der Warnung aus Washington. Sie argumentieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen den Nutzen solcher Programme eindeutig belegen.

Quelle: STAT News