Trump ebnet Weg für psychedelische Therapien
Präsident Donald Trump hat eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die den Zugang zu bestimmten psychedelischen Substanzen für die Behandlung von psychischen Erkrankungen erleichtert. Die Anordnung zielt darauf ab, klinische Studien und Therapien mit Stoffen wie Ibogain voranzutreiben, die bei schweren, therapieresistenten psychischen Erkrankungen Potenzial zeigen.
In der Verordnung heißt es:
"Psychedelische Substanzen, einschließlich Ibogain-Verbindungen, zeigen in klinischen Studien vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen bei Patienten, deren Zustand sich trotz Standardtherapie nicht verbessert."
Beschleunigte Zulassungsverfahren durch die FDA
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA wird angewiesen, im Rahmen des National Priority Voucher-Programms beschleunigte Prüfverfahren für ausgewählte psychedelische Substanzen einzuleiten. Dieses Programm sieht eine Bearbeitungsdauer von nur ein bis zwei Monaten vor. Laut FDA-Kommissarin Mary Makary sollen zunächst drei psychedelische Verbindungen geprüft werden.
Recht auf experimentelle Behandlungen
Die Verordnung ermöglicht es Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, über das "Right to Try"-Gesetz Zugang zu psychedelischen Substanzen zu erhalten. Zudem wird die FDA und die Drug Enforcement Administration (DEA) angewiesen, die Verschreibung und Nutzung dieser Stoffe zu erleichtern.
Zusätzlich soll der Generalstaatsanwalt psychedelische Substanzen, die bereits die dritte Phase der klinischen Studien abgeschlossen haben, umgehend in ein weniger restriktives Schedule umstufen.
Symbolische Geste mit historischer Bedeutung
Bei der Unterzeichnung der Verordnung im Oval Office machte Trump einen Scherz über den Konsum psychedelischer Substanzen. Auf die Frage, ob er selbst davon Gebrauch machen würde, antwortete er mit einem Augenzwinkern:
"Kann ich auch etwas haben? Ich nehme auch gerne etwas."
An der Zeremonie nahmen unter anderem der Podcaster Joe Rogan, der sich seit Langem für die Legalisierung von Ibogain einsetzt, sowie der ehemalige Navy SEAL und Psychedelika-Aktivist Marcus Luttrell teil.
Diese Geste unterstreicht einen paradigmatischen Wandel in der US-Politik: Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Diskussion undenkbar gewesen. Experten sehen darin einen Beleg für die wachsende Akzeptanz psychedelischer Substanzen in der Mainstream-Medizin.
Entwicklung der Psychedelika-Politik in den USA
Die Legalisierung und Entkriminalisierung psychedelischer Substanzen hat in den USA in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen:
- 2019: Denver (Colorado) war die erste Stadt, die die Entkriminalisierung von Psilocybin-Pilzen beschloss.
- Seitdem: Drei Bundesstaaten – Colorado, Oregon und New Mexico – haben Gesetze verabschiedet, die begrenzten Zugang zu bestimmten Psychedelika ermöglichen.
- Weitere Regionen: Der District of Columbia und mehrere Städte haben ähnliche Entkriminalisierungsgesetze erlassen.
- Bundesweite Initiativen: 2018 erkannte die Trump-Administration Psilocybin erstmals als "Breakthrough Therapy" an, was jedoch kaum praktische Auswirkungen hatte. 2024 lehnte die FDA die Zulassung von MDMA zur Behandlung von PTSD ab.
Besonders Kriegsveteranen setzen sich für den Einsatz psychedelischer Therapien ein, da diese bei der Bewältigung von Traumata helfen können. Die Forderung nach einer Liberalisierung der Gesetze gewinnt daher zunehmend an gesellschaftlicher Unterstützung.
Kritik und ambivalente Politik
Während Trumps Verordnung als Fortschritt für die Psychedelika-Bewegung gewertet wird, gibt es auch kritische Stimmen. Einerseits wird die Legalisierung bestimmter Substanzen begrüßt, andererseits setzt die US-Regierung gleichzeitig auf eine verschärfte Drogenpolitik in anderen Bereichen. So setzt die Trump-Administration weiterhin militärische Mittel ein, um den Drogenhandel zu bekämpfen, während sie gleichzeitig den Zugang zu psychedelischen Therapien erleichtert.
Experten hoffen, dass diese Entwicklung einen Dominoeffekt auslösen könnte – ähnlich wie bei der Legalisierung von Cannabis in vielen US-Bundesstaaten. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies den Weg für eine breitere Akzeptanz psychedelischer Substanzen in der Medizin ebnen.