Präsident Donald Trump hat sich für eine Aussetzung der bundesweiten Gassteuer ausgesprochen – doch der Weg zur Umsetzung ist mit Hindernissen gepflastert. Trotz erster Reaktionen aus beiden Parteien bleibt unklar, ob der Plan tatsächlich Realität wird.

Warum die Gassteuer im Fokus steht

Die aktuelle Gassteuer beträgt 18,3 Cent pro Gallone Benzin und 24,3 Cent pro Gallone Diesel. Zusätzlich fällt eine Gebühr von 0,1 Cent für die Sanierung undichter unterirdischer Tanks an. Trump argumentiert, dass eine vorübergehende Aussetzung der Steuer die Verbraucher entlasten könnte. Doch die politischen und finanziellen Hürden sind hoch.

Gemischte Reaktionen im Kongress

Während einige Republikaner wie Senator Josh Hawley (R-Mo.) schnell Gesetzesinitiativen ankündigten, blieb der Mehrheitsführer im Senat, John Thune (R-S.D.), skeptisch.

"Ich war bisher kein Befürworter dieser Idee. Aber einige Kollegen halten sie für sinnvoll – wir werden sie prüfen",
sagte Thune gegenüber Reportern. Gleichzeitig warnte er vor den Folgen für den Highway Trust Fund, der Straßen- und Brückenbau finanziert.
"Das Beste für die Gaspreise wäre, wenn die Straße von Hormuz wieder geöffnet würde."

Auch Demokraten wie Senator Mark Kelly (D-Ariz.) unterstützen eine vorübergehende Aussetzung der Steuer. Doch der Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer (D-N.Y.), kritisierte den Vorschlag als unzureichend.

"18 Cent Ersparnis pro Gallone sind kein Ausgleich für die Preiserhöhungen seit Beginn des Krieges. Die beste Lösung wäre, diesen illegalen Krieg zu beenden."

Finanzielle Belastung für den Staat

Die finanziellen Folgen einer Aussetzung wären enorm. Die Forschungsfirma ClearView Energy Partners schätzt, dass eine sechsmonatige Aussetzung der Gassteuer (15. Mai bis 30. November) den Bund rund 14 Milliarden Dollar kosten würde. Bei einer Ausweitung auf weitere Kraftstoffe stiegen die Kosten weiter an.

"Die hohen Kosten und der Einnahmeausfall für den Straßenbau würden normalerweise zu einer Ablehnung im Kongress führen. Doch in einem Wahljahr, in dem beide Parteien um die Kontrolle kämpfen, ist alles möglich."

Politische Strategie oder spontane Idee?

Unklar bleibt, ob Trump die Idee ernsthaft vorantreiben wird oder ob es sich um eine spontane Äußerung handelt. Seine bisherigen Aussagen zu diesem Thema waren oft widersprüchlich. Auch mögliche Präsidentschaftskandidaten für 2028 wie Hawley, Kelly und der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, haben sich bereits für eine vorübergehende Aussetzung ausgesprochen.

Fazit: Hohe Hürden, aber nicht unmöglich

Trotz der massiven finanziellen und politischen Herausforderungen könnte der Druck auf den Kongress wachsen. Sollte sich die Lage an den Zapfsäulen weiter zuspitzen, könnte die Aussetzung der Gassteuer doch noch eine Chance erhalten – allerdings mit erheblichen Kompromissen.

Quelle: Axios