US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch betont, dass die Gespräche zwischen den USA und Iran in den letzten 24 Stunden "sehr gut" verlaufen seien. Er zeigte sich zuversichtlich, dass innerhalb der kommenden Tage ein Abkommen erzielt werden könnte.

Die US-Regierung wartet nun auf die offizielle Reaktion Irans auf ein einseitiges Memorandum of Understanding (MoU), das einen Rahmen für weitere Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts und zur Regelung des Atomprogramms vorsieht. Wie Axios berichtet, wird die Antwort Teherans innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden erwartet.

Ein ranghoher US-Beamter dämpfte jedoch die Erwartungen: "Wir sind nah dran, aber es gibt noch keinen Deal."

Gemischte Signale aus Washington: Während einige US-Offizielle optimistisch sind, äußern andere Zweifel an einer Einigung. Die USA streben einen diplomatischen Durchbruch bis zum Ende von Trumps Chinareise an, die nächsten Freitag endet. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, könnte Trump erneut militärische Maßnahmen in Betracht ziehen.

Trump warnte auf Truth Social: "Wenn sie nicht zustimmen, beginnt die Bombardierung – und sie wird leider auf einem viel höheren Niveau und mit größerer Intensität erfolgen als zuvor."

Inhalt des vorläufigen Abkommens

Das einseitige MoU umfasst 14 Punkte und wird zwischen Trumps Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sowie iranischen Vertretern ausgehandelt – teils direkt, teils über Vermittler. Zu den geplanten Maßnahmen gehören:

  • Iran verpflichtet sich, die Urananreicherung auszusetzen;
  • Die USA heben Sanktionen auf und geben eingefrorene iranische Gelder frei;
  • Beide Seiten lockern Beschränkungen für den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte am Mittwoch, dass Teheran den Vorschlag noch prüfe und bisher keine Antwort an die pakistanischen Vermittler übermittelt habe.

Hintergründe der Verhandlungen

US-Offizielle erklärten, dass die Kommunikation mit Iran langsam verläuft, da jede Nachricht zunächst an den obersten iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei weitergeleitet werden muss, der aus Sicherheitsgründen untergetaucht ist.

Trump selbst blieb trotz der unsicheren Lage optimistisch: "Wir verhandeln mit Menschen, die unbedingt einen Deal wollen." Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus sagte er: "Wir werden sehen, ob sie zustimmen. Falls nicht, werden sie kurze Zeit später doch zustimmen."

Gegenüber Fox News äußerte er die Hoffnung, dass innerhalb einer Woche ein Abkommen stehe. Später relativierte er dies jedoch in einer Pressekonferenz im Oval Office: "Ich habe keine Deadline."

Ähnliche Optimismusbekundungen gab es bereits in früheren Phasen des Konflikts – bisher ohne Erfolg.

Reaktion Israels

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und sein Team führten am Mittwoch mehrere Gespräche mit Trump und dessen Beratern, um die US-Iran-Verhandlungen zu besprechen. In einer Stellungnahme betonte Netanjahu:

"Es gibt eine vollständige Abstimmung zwischen uns, keine Überraschungen. Unsere gemeinsamen Ziele sind klar: die Entfernung allen angereicherten Materials aus Iran sowie die Stilllegung der iranischen Anreicherungskapazitäten."

Netanjahu fügte hinzu, Trump glaube, dieses Ziel "auf die eine oder andere Weise" erreichen zu können. Zudem habe er die israelischen Streitkräfte angewiesen, für den Fall einer gescheiterten Einigung einsatzbereit zu sein.

Quelle: Axios