Die politische Strahlkraft von Donald Trump, einst unangefochtener Führer der MAGA-Bewegung, schwindet spürbar. Wie Politico berichtet, zeigt sich dies besonders im Vorfeld der Kongress-Zwischenwahlen im November. Seine einstige Macht über die Republikaner scheint zu bröckeln – und das ausgerechnet in einem Moment, in dem seine Unterstützung dringend gebraucht würde.
Ein erstes Indiz für diesen Wandel liefert der Bundesstaat Indiana. Dort hatten 21 republikanische Abgeordnete im Dezember 2023 Trumps Pläne zur Neuverteilung der Wahlkreise blockiert. Acht von ihnen stehen in diesem Jahr zur Wiederwahl – und Trump versucht nun, sie aus dem Amt zu drängen. Bisher hat er sieben Gegenkandidaten in den Vorwahlen unterstützt und Millionen Dollar in die vergleichsweise kleinen Rennen investiert. Doch seine Kandidaten konnten sich bisher nicht durchsetzen. Die Umfragen zeigen: Selbst die aussichtsreichsten Trump-Anhänger liegen nur knapp vorne. Politico zitiert zudem enge Vertraute des Ex-Präsidenten, die nicht damit rechnen, dass alle seine Favoriten die Wahlen gewinnen werden.
Auch gegen langjährige innerparteiliche Kritiker geht Trump vor. So unterstützt er etwa Gegenkandidaten gegen Senator Bill Cassidy aus Louisiana und den Abgeordneten Thomas Massie aus Kentucky. Während Massie die Angriffe bisher abwehrte, liegt Cassidy in den aktuellen Umfragen des Emerson College nur wenige Prozentpunkte vor seinem Herausforderer. Cassidy hatte sich 2021 durch seine Stimme für Trumps Amtsenthebungsverfahren zum Feindbild der radikalen Rechten gemacht.
Die Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die MAGA-Bewegung langsam von ihrem langjährigen Anführer löst. Experten sehen darin ein Zeichen für eine mögliche Suche nach neuer Führung – selbst wenn Trump selbst keine Anzeichen zeigt, seine politische Karriere beenden zu wollen. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus zum Thema kleine Unternehmen deutete er am Montag erneut an, er könnte im Amt bleiben: „Ich könnte weitere zwei Amtszeiten, also acht Jahre, bleiben“, sagte der 79-Jährige.
Doch die Realität scheint ihn einzuholen. Adam Kinzinger, ehemaliger republikanischer Abgeordneter und kritischer Trump-Gegner, kommentiert die Lage mit den Worten:
„Er hat seine maximale Macht erreicht – und jetzt sieht man die Kehrseite der Kurve. Dies wird sein letzter Wahlzyklus sein, der noch Einfluss auf ihn haben könnte. Die Basis beginnt, über die Zukunft nachzudenken.“