Die neuen Bundesstudienkreditlimits der Trump-Administration könnten angehende Gesundheitsfachkräfte dazu zwingen, ihr Studium abzubrechen oder auf teure Privatkredite auszuweichen. Adrienne Thomas von der American Hospital Association warnt:

"Die Gesundheitsbranche ist kein Wasserhahn, den man einfach an- oder abstellt. Wir befürchten, dass diese Regelung Studierende davon abhält, einen Beruf im Gesundheitswesen zu ergreifen, weil sie sich die Ausbildung nicht leisten können."

Ab dem 1. Juli 2025 gelten die neuen Kreditlimits: maximal 100.000 Dollar für Graduierte und 200.000 Dollar für elf Berufsabschlüsse wie Medizin, Pharmazie oder Zahnmedizin. Berufe wie Physician Assistants oder Pflegekräfte fallen unter die niedrigere Grenze.

Die Medianstudiengebühren an öffentlichen medizinischen Fakultäten betragen 298.000 Dollar, an privaten sogar über 408.000 Dollar – weit über den neuen Kreditlimits. Zudem entfällt das Grad PLUS-Programm, das bisher die Finanzierung von Aufbaustudiengängen ermöglichte. Kristen Earle von der Association of American Medical Colleges erklärt:

"Studierende müssen sich nun an den Privatkreditmarkt wenden, um die Finanzierungslücke zu schließen."

Doch nicht alle erhalten Zugang zu Privatkrediten: Laut einer Studie der Century Foundation und Protect Borrowers sind etwa 40 % der Amerikaner – darunter fast zwei Drittel der Pell-Grant-Empfänger – nicht kreditwürdig. Peter Granville von der Century Foundation warnt:

"Privatkredite haben oft ausbeuterische Konditionen. Dass gerade einkommensschwache Studierende und Minderheiten ausgeschlossen werden, ist kein Zufall."

Die Bildungsministeriumssprecherin Ellen Keast argumentiert, dass Hochschulen ihre Studiengebühren unabhängig von den Kreditlimits festlegen. Valerie Fuller, Präsidentin der American Association of Nurse Practitioners, bestätigt:

"Eine Universität richtet ihre Gebühren nicht nach den Bundeskrediten aus."

Die Folgen könnten gravierend sein: Adrienne Thomas befürchtet langfristige Auswirkungen auf die Versorgung.

"Es geht nicht nur um die Studierenden, sondern auch darum, wer die nächste Generation ausbilden kann."
Valerie Fuller ergänzt:
"Wir haben bereits massive Versorgungsprobleme. Wenn die Pipeline an Fachkräften schrumpft, widerspricht das den Zielen der Regierung, die Gesundheitsbranche zu stärken."

Die Protect Borrowers-Analystin Jennifer Zhang resümiert:

"Diese Politik wird die Ungleichheit im Zugang zu Gesundheitsberufen weiter vertiefen."

Quelle: Axios