Wetten auf eigene Wahlausgänge

Drei Kandidaten für den US-Kongress haben auf ihre eigenen Wahlerfolge gewettet – und wurden dafür von der Prognoseplattform Kalshi mit Geldstrafen und fünfjährigen Sperren belegt. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch die Vorwürfe und nannte die Namen der Betroffenen.

Wer wurde bestraft?

Kalshi veröffentlichte Disziplinarunterlagen, in denen folgende Kandidaten aufgeführt sind:

  • Mark Moran: Unabhängiger Kandidat für den US-Senat in Virginia
  • Ezekiel Enriquez: Bewerber in einer republikanischen Vorwahl für einen Sitz im Repräsentantenhaus in Texas
  • Matt Klein: Demokratischer Staatssenator, der für einen Sitz im Repräsentantenhaus in Minnesota kandidiert

Die Höhe der Strafen

Während Klein und Enriquez Wetten unter 100 US-Dollar tätigten, setzte Moran laut eigenen Angaben 100 US-Dollar auf sich selbst. Die Strafen fielen unterschiedlich aus:

  • Moran: Über 6.200 US-Dollar Strafe, da er keine Einigung mit Kalshi erzielte
  • Klein: Über 530 US-Dollar Strafe
  • Enriquez: Über 780 US-Dollar Strafe

Alle drei wurden für fünf Jahre von der Plattform ausgeschlossen.

Reaktionen und Kritik an den Strafen

Die Strafen stießen auf Kritik. Der demokratische Kongressabgeordnete Mike Levin kommentierte auf Social Media:

„Das ist keine Strafe. Das ist ein Knöllchen.“

Die Vereinbarungen wurden direkt mit Kalshi getroffen und nicht mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die Prognosemärkte reguliert. Der CFTC-Vorsitzende Michael Selig gilt als Befürworter der wachsenden Branche.

Die Aussagen der Betroffenen

Mark Moran bestätigte die Wetten und erklärte, er habe damit auf die seiner Meinung nach unangemessene Einflussnahme von Plattformen wie Kalshi auf Wahlen aufmerksam machen wollen. Er betonte, er habe sich geweigert, eine Einigung zu unterzeichnen, die eine öffentliche Stellungnahme auf X (ehemals Twitter) verlangt hätte. Moran zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis:

„Wenn ich Menschen verärgere, aufbringe oder ihre Aufmerksamkeit errege, dann müssen sie mir zuhören.“

Matt Klein räumte in einem Post auf X ebenfalls die Vorwürfe ein. Sein 50-Dollar-Wett im Oktober war sein erster Kontakt mit Prognosemärkten. Er bezeichnete die Aktion als Fehler und forderte strengere Regulierungen:

„Das war ein Fehler, und ich entschuldige mich dafür. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Märkte mehr Kontrolle benötigen.“

Hintergrund: Prognosemärkte unter Beobachtung

Die Vorfälle werfen erneut ein Schlaglicht auf die Regulierung von Prognosemärkten wie Kalshi und Polymarket. Diese Plattformen ermöglichen Wetten auf politische Ereignisse – von Wahlen bis hin zu geopolitischen Entwicklungen. Im Januar sorgte etwa eine 400.000-Dollar-Wette auf den Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro für Aufsehen.

Nach der Ankündigung von Gesetzesinitiativen durch zwei US-Senatoren im März verschärften Kalshi und Polymarket ihre Regeln und verboten Kandidaten explizit, auf ihre eigenen Kampagnen zu wetten.