Die Trump-Administration hat in diesem Monat einen bedeutenden Schritt für den Umweltschutz unternommen: Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat eine Regelung vorgeschlagen, die Mikroplastik und Pharmazeutikarückstände in Trinkwasser erstmals offiziell als gesundheitliche Risiken einstuft. Damit werden diese Schadstoffe auf die Liste der Kontaminanten aufgenommen, die einer genaueren Untersuchung, Überwachung und möglichen zukünftigen Regulierung unterliegen.

Parallel dazu gab das US-Gesundheitsministerium die Einrichtung eines 144-Millionen-Dollar-Forschungsprogramms bekannt. Dieses soll einheitliche Messmethoden für Mikroplastik im menschlichen Körper entwickeln, dessen gesundheitliche Auswirkungen erforschen und Lösungen zu dessen Reduzierung erarbeiten.

Trotz dieser Fortschritte bleibt Skepsis angebracht: Die neue Regelung setzt keine verbindlichen Grenzwerte für Mikroplastik in Trinkwasser fest und verpflichtet Versorgungsunternehmen nicht zu dessen Entfernung. Selbst wenn die Regelung in Kraft tritt, müsste die EPA weitere Schritte einleiten, bevor verbindliche rechtliche Änderungen für die Bevölkerung spürbar werden.

Kritik an fehlenden verbindlichen Maßnahmen

Experten weisen darauf hin, dass die Ankündigungen zwar einen wichtigen ersten Schritt darstellen, aber noch keine konkreten Schutzmaßnahmen für Verbraucher beinhalten. „Es ist ein Fortschritt, dass Mikroplastik endlich als Problem anerkannt wird“, sagt die Umweltwissenschaftlerin Dr. Lisa Thompson. „Doch ohne verbindliche Grenzwerte und Kontrollpflichten bleibt die Regelung weitgehend symbolisch.“

Forschungsprogramm soll Wissenslücken schließen

Das neue Forschungsprogramm des Gesundheitsministeriums zielt darauf ab, die bisher unzureichende Datenlage zu Mikroplastik zu verbessern. Besonders im Fokus stehen dabei die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sowie die Entwicklung standardisierter Nachweismethoden. „Wir müssen verstehen, wie Mikroplastik in unseren Körper gelangt und welche Folgen es hat“, betont der Projektleiter Dr. Mark Reynolds. „Erst dann können wir gezielt Gegenmaßnahmen entwickeln.“

Ausblick: Weitere Schritte nötig

Während die EPA und das Gesundheitsministerium erste Weichen stellen, bleibt abzuwarten, ob und wann verbindliche Regelungen folgen. Umweltverbände fordern bereits jetzt strengere Vorgaben, um die Bevölkerung besser zu schützen. „Die USA haben eine historische Chance, beim Thema Mikroplastik eine Vorreiterrolle einzunehmen“, erklärt Greenpeace-Sprecherin Sarah Müller. „Doch diese muss jetzt genutzt werden – mit konkreten Gesetzen und nicht nur Absichtserklärungen.“

Quelle: STAT News