Neues USGS-Tool liefert erstmals flächendeckende Daten zur Wasserverfügbarkeit

In den USA werden täglich über 224 Milliarden Gallonen Süßwasser für Bewässerung, Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung genutzt. Bisher mussten Forscher und Entscheidungsträger auf Daten verschiedener Behörden zurückgreifen, um den Wasserhaushalt zu analysieren. Mit dem neuen National Water Availability Assessment Data Companion (NWDC) der USGS ändert sich das: Das Tool integriert erstmals alle relevanten Daten zur Wasserverfügbarkeit auf nationaler Ebene.

„Obwohl die USA insgesamt über ausreichend Wasserressourcen verfügen, gibt es regionale Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage, die Millionen von Menschen betreffen können“, erklärt die leitende Wissenschaftlerin Shirley Leung in einer Pressemitteilung. „Was bisher zeitaufwendig und ressourcenintensiv war, lässt sich nun in wenigen Minuten erledigen – und gibt auch kleineren Gemeinden eine solide Grundlage für die Wasserplanung.“

Wie funktioniert das neue Tool?

Das NWDC deckt rund 80.000 Sub-Einzugsgebiete in den USA ab – von trockenen Regionen im Südwesten bis zum Great-Lakes-Becken, das etwa 84 % des nordamerikanischen Süßwassers an der Oberfläche beherbergt. Es ist das erste Tool, das Wasserverfügbarkeit auf nationaler Ebene zusammenführt und damit Lücken zwischen lokalen Messstationen schließt.

Das NWDC ergänzt das bestehende System Water Data for the Nation (WDFN), das Beobachtungsdaten von Tausenden Messstationen zu Flüssen, Seen, Grundwasser und Niederschlägen sammelt. Während WDFN vor allem auf gemessene Daten setzt, nutzt das NWDC Modellierungen, um räumliche und zeitliche Lücken zu füllen. Nutzer wie Wassermanager, Forscher oder Agrarwissenschaftler können damit:

  • Wasserkonditionen in verschiedenen Einzugsgebieten vergleichen,
  • saisonale Muster im Wasserverbrauch identifizieren oder
  • Datenvisualisierungen für den Wasserverbrauch auf Bundesstaatsebene erstellen.

Ausblick: Erweiterung auf Alaska, Hawaii und Puerto Rico geplant

Aktuell deckt das NWDC nur die zusammenhängenden USA ab. Die USGS plant jedoch, das Tool in Zukunft auf Alaska, Hawaii und Puerto Rico auszuweiten. David Tarboton, Professor für Bauingenieurwesen am Utah Water Research Laboratory, zeigt sich beeindruckt: „Die integrierte, flächendeckende Datenerfassung ist sehr wertvoll – auch wenn die aktuellsten Daten aus dem Jahr 2020 stammen.“

Tarboton, der sich mit Hydroinformatik und Datenaustausch beschäftigt, betont, dass die modernen Methoden der USGS auch für die Entwicklung automatisierter Tools nützlich sein könnten.

„Die USA verfügen über ein reiches Wasservorkommen, doch regionale Unterschiede können zu Herausforderungen führen. Mit dem NWDC erhalten Entscheidungsträger endlich eine einheitliche Datenbasis für eine nachhaltige Wasserplanung.“

— Shirley Leung, leitende Wissenschaftlerin der USGS

Zukunft der Wasserforschung

Das NWDC markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer besseren Datenlage für die Wasserwirtschaft. Durch die Kombination von Messdaten und Modellierungen können Forscher und Behörden nun schneller auf Veränderungen reagieren und nachhaltige Lösungen entwickeln.

Die USGS betont, dass das Tool kontinuierlich weiterentwickelt wird. Interessierte Nutzer können sich über die offiziellen Kanäle der Behörde über Updates informieren.