Washington, D.C. – Ein Vorfall in einer Bar hat für Aufsehen gesorgt: William Paul, Sohn des Senators Rand Paul, soll antisemitische Äußerungen gegen den republikanischen Abgeordneten Mike Lawler getätigt haben. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend in einem Restaurant in der US-Hauptstadt.

Ein Reporter des Nachrichtenportals NOTUS, Reese Gorman, war Zeuge des Geschehens. Laut seinem Bericht saß William Paul wenige Meter von Lawler entfernt an der Bar und unterbrach eine Unterhaltung zwischen Lawler und Gorman. Er stellte sich als Sohn des Senators aus Kentucky vor und bezog sich auf die bevorstehende Vorwahl von Thomas Massie, einem libertären Abgeordneten aus Kentucky.

Paul erklärte Lawler, dass Massies Niederlage „auf eure Leute“ zurückzuführen sei. Lawler fragte nach: „Eure Leute?“ Woraufhin Paul antwortete: „Ja, ihr Juden.“ Lawler betonte, dass er selbst nicht jüdisch sei. Paul entschuldigte sich daraufhin mit den Worten: „Oh wow, es tut mir leid, dass ich dich als Jude bezeichnet habe.“ Anschließend begann er eine Tirade gegen jüdische Menschen, bezeichnete sie als „unamerikanisch“ und behauptete, Lawler und seine „jüdischen Unterstützer“ würden Israel über die USA stellen.

Lawler wies die Vorwürfe zurück und verteidigte seine Unterstützung für Israel. Er bezeichnete Paul als antisemitisch. Dieser warf daraufhin dem jüdischen Milliardär und Großspender Paul Singer vor, mit seiner Finanzierung eines Super-PACs gegen Massie „israelische Interessen“ über „amerikanische Interessen“ zu stellen. Ein pro-Massie-Super-PAC namens Restore Freedom PAC hatte zuvor eine Anzeige mit einem Bild Singers vor einem Regenbogen-Stern von David veröffentlicht, die mit „LGBTQ-Mafia“ betitelt war.

Paul riet Lawler zudem, „mehr Tucker Carlson“ zu schauen, und verteidigte seinen Vater sowie Massie als die einzigen Politiker, die sich für die USA einsetzten. Lawler beendete das Gespräch schließlich mit den Worten: „Es scheint, als hasst du Juden – da gibt es nichts mehr zu diskutieren.“

Paul reagierte empört und sagte: „Unterstell mir keine Worte, Mike Lawler, ich habe das nie gesagt.“ Anschließend beschwerte er sich über Lawlers Haltung zu Steuern und forderte ihn auf, „uns in Ruhe zu lassen“. Daraufhin zeigte Paul Lawler den Mittelfinger, entschuldigte sich für seinen Alkoholkonsum und verließ das Lokal – stolperte dabei jedoch über seinen Barhocker und stürzte.

Der Vorfall stellt sowohl für William Paul als auch für seinen Vater eine peinliche Situation dar. Rand Paul steht nun vor der Aufgabe, sich für das Verhalten seines Sohnes zu entschuldigen. Thomas Massie, ein libertärer Verbündeter von Rand Paul, steht in einem erbitterten Vorwahlkampf gegen den von Ex-Präsident Donald Trump unterstützten Kandidaten. William Pauls Ausraster könnte die Position seines Vaters und Massies zusätzlich erschweren.