Die Strategie der Republikaner, das Repräsentantenhaus durch Wahlkreis-Manipulation, Gerichtsentscheidungen und bürokratische Hürden zu kontrollieren, zeigt erste Erfolge. Schätzungen zufolge müssten die Demokraten bundesweit etwa vier Prozentpunkte Vorsprung in der Wählerstimme haben, um eine knappe Mehrheit im Haus zu erreichen – ein Vorteil, der ähnlich dem des Electoral College bei Präsidentschaftswahlen ist.
Doch die Pläne gehen noch weiter: Wie der Politikwissenschaftler Andy Craig in einem aktuellen Artikel darlegt, könnten die Republikaner im Januar 2027 sogar die Mehrheit im Repräsentantenhaus erlangen, selbst wenn die Demokraten mehr Stimmen erhalten. Der Plan sieht vor, die Mandate von Abgeordneten aus mehrheitsethnischen Wahlkreisen anzufechten – mit der Begründung, diese seien verfassungswidrig gezogen worden. Ohne diese Sitze hätten die Republikaner eine Mehrheit und könnten ihren eigenen Sprecher wählen. Dieser könnte dann weitere demokratische Abgeordnete, die durch Nachwahlen nachrücken, monatelang blockieren – ähnlich wie es Speaker Mike Johnson mit Adelita Grijalva aus Arizona praktizierte.
Craig vergleicht diese Taktik mit Donald Trumps Versuch, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 zu kippen. „Sehr cool. Sehr legal. Vielleicht.“
Für besorgte Demokraten, die diese Szenarien als dystopische Horrorvision empfinden, hat der Autor eine klare Botschaft: „Ihr werdet gewinnen.“
Trotz aller Manöver der Gegenseite gebe es triftige Gründe, optimistisch zu bleiben. Die Demokraten könnten am Ende doch die Oberhand behalten – und das trotz aller Widrigkeiten.