Lesen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung – es formt unsere Persönlichkeit und unser Führungsverständnis. Unternehmer wie Warren Buffett, Bill Gates, Elon Musk, Indra Nooyi und Mark Cuban betonen immer wieder, wie entscheidend regelmäßiges Lesen für den Wissenserwerb und die Infragestellung eigener Annahmen ist. Doch die Zahlen zeigen ein alarmierendes Bild: Nur noch 16 % der Amerikaner lesen täglich aus eigenem Antrieb – vor der Digitalisierung waren es über 50 %. Noch besorgniserregender ist, dass etwa ein Drittel der Highschool-Absolventen nicht über ausreichende Lesefähigkeiten auf College-Niveau verfügt.

Ein Business-Buchclub bietet eine ideale Plattform, um Erfahrungen zu teilen, Nachwuchskräfte zu fördern und eine neue Generation von Lesern zu inspirieren. Der Autor startete an der Wake Forest University einen Buchclub, der sich ausschließlich auf Bücher von Führungspersönlichkeiten konzentriert. Doch ein erfolgreicher Buchclub erfordert klare Regeln und eine aktive Moderation.

Regel 1: Übernehme die Führungsrolle

Als Initiator eines Buchclubs trägst du eine besondere Verantwortung. Du musst das Buch nicht nur selbst gründlich lesen, sondern dich auch auf die Diskussion vorbereiten. Nutze KI-Tools, um das Buch zusammenzufassen, passe die Ergebnisse aber an dein eigenes Verständnis an. Viele Teilnehmer sind es nicht gewohnt, sich intensiv mit längeren Texten auseinanderzusetzen – besonders Millennials und Gen Z, die oft nur kurze Zusammenfassungen gewohnt sind. Setze klare Standards: Diskutiere nicht oberflächlich, sondern gehe in die Tiefe. Vermeide es, die Inhalte als Hausaufgabe zu behandeln. Stattdessen solltest du die Ideen in einen größeren Kontext einbetten. Die jüngeren Teilnehmer bringen oft frische Perspektiven ein, die über das Buch hinausgehen und die gesamte Gruppe inspirieren können.

Regel 2: Setze auf originale Denker

Der Autor, der selbst einen PhD in Anthropologie besitzt, betont die Bedeutung von Originalwerken. Während seines Studiums fiel ihm auf, dass viele Business-Bücher von Akademikern geschrieben werden – nicht von Praktikern, die reale Erfahrungen einbringen. Doch gerade diese Perspektiven sind wertvoll. Bücher von Führungspersönlichkeiten wie Alfred P. Sloan oder Andrew Grove bieten Einblicke in reale Herausforderungen und Lösungen, die heute noch relevant sind.

Ein Beispiel ist Alfred P. Sloan Jr., der General Motors von den 1920er-Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs leitete. In seinem Buch My Years with General Motors beschreibt er, wie er ein diversifiziertes Unternehmen in eine professionell geführte Organisation verwandelte. Sein Konzept der „koordinierten Dezentralisierung“ – eine Balance zwischen lokaler Initiative und zentraler Steuerung – zeigt, wie komplexe Strukturen erfolgreich gemanagt werden können. Andrew Grove, Mitgründer und CEO von Intel, thematisiert in seinen Werken ähnliche Herausforderungen, etwa die Balance zwischen Innovation und operativer Effizienz.

Diese Bücher bieten nicht nur historische Einblicke, sondern auch praktische Lektionen für heutige Führungskräfte. Ein Buchclub, der sich auf solche Originalwerke konzentriert, fördert nicht nur das kritische Denken, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Themen strukturiert zu analysieren.