Moderne Beziehungen sind kompliziert: Dating-Apps suggerieren endlose Optionen, Social Media zerstört soziale Fähigkeiten – und jetzt kommt der ‚Date Cancelled‘-Meme hinzu. Nutzer nutzen ihn, um peinliche oder absurde Dating-Erfahrungen zu teilen. Doch als Marken den Trend für sich vereinnahmen, wird die Stimmung schnell bitter.

Wie der Meme funktioniert

Der Trend folgt einem einfachen Schema: Nutzer posten „Date cancelled“ gefolgt von ihren persönlichen „Icks“ – also Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die sie an potenziellen Partnern stören. Ursprünglich auf Threads entstanden, nutzen viele die unsichtbare Tintenfunktion von Meta, um ihre Beiträge zu verbergen, bis sie angeklickt werden.

Die Beispiele reichen von harmlos bis absurd:

  • Komisch: „Date cancelled, sie konnte Grey’s Anatomy nicht verpassen. (Passierte mir bei zwei verschiedenen Frauen.)“
  • Nischig: „Date cancelled, er wusste nicht, was ein Wyvern ist.“ (Anspielung auf den Fantasy-Roman Fourth Wing)
  • Grammatik-Fanatismus: „Date cancelled, er benutzt kein Oxford-Komma.“
  • Kulturelle Fettnäpfchen: „Date cancelled, er sagte ‚May the fourth be with you‘ – und meinte es ernst.“

Doch nicht alle Beiträge sind humorvoll. Einige Nutzer nutzen den Meme, um echte Warnsignale zu teilen:

  • „Date cancelled: Er nennt Frauen ‚Weibchen‘.“
  • „Date cancelled: Er hält Therapie für Geldverschwendung.“

Marken ruinieren den Trend – und ernten Kritik

Wie bei vielen organischen Trends versuchen auch Marken, sich einzuklinken. Unternehmen wie Chipotle, PBS, Audi, Pizza Hut, Ben & Jerry’s und Walmart posteten eigene Versionen – mit durchwachsenem Erfolg.

Chipotle schrieb: „Date cancelled: Sie benutzt eine Metallgabel.“ Ein Nutzer konterte prompt: „Date cancelled: Die Konzerne haben den Meme ruiniert.“

Bei Starbucks wurde es noch heikler. Das Unternehmen postete: „Date cancelled: Mag keinen Pumpkin-Spice-Latte.“ Nutzer reagierten empört:

„Date cancelled: Behandelt Mitarbeiter schlecht.“
„Date cancelled: Ihr zieht nach Nashville – in einen Staat, der Frauenrechte abschafft. Kein Pumpkin Spice rettet das.“

Auch andere Unternehmen ernteten Spott, etwa Audi mit „Date cancelled: Fährt keinen E-Auto.“ oder PBS mit „Date cancelled: Schaut keine Dokumentationen.“

Der Meme stirbt – und das zu Recht

Der Trend verliert schnell an Fahrt, nicht nur wegen der Marken, sondern auch wegen der Übernutzung. Ein Nutzer fasste es zusammen: „Date cancelled: Sie haben den ‚Date Cancelled‘-Meme überstrapaziert.“

Fazit: Was als authentischer Ausdruck von Dating-Frust begann, wurde zur Spielwiese für Marketingabteilungen – und verlor dabei schnell seine ursprüngliche Magie.